August - 3 Monate sind wir nun unterwegs

(Anja) 7 August 2019, es geht in die Altstadt Valencia. Wir fuhren mit dem Bus zum Wissenschaft- und Kunst Museum, wo zurzeit die Harry Potter Ausstellung war. Es war sehr interessant, die Film Requisiten und natürlich auch viele Hintergrundinformationen zu erfahren und zu sehen. Am Nachmittag spazierten wir durch den grossen Stadtpark (ein stillgelegter Fluss) bis in die Altstadt. Dort gab es in einem kleinen "Restaurantlein" ein kleines Mittagessen aus Salat und Empanadas. Wir bewunderten viele schöne und alte Bauwerke. In der Touri-Zone kauften wir eine Ladung Postkarten. Am frühen Abend fuhren wir erschöpft mit dem Bus zurück an den Hafen.

Die nächsten Tage gehen wieder gemütlich dahin, mit Ausflügen ins Einkaufszentrum, an den Strand zusammen mit der Crew der SY Maimiti und Roller fahren am Pier. Nebenbei wird immer mal was am Schiff gemacht.

Am 13 August, machten wir nochmals einen grossen Ausflug in das Einkaufszentrum, zusammen mit der Maimiti. Wir wollen für die nächste Zeit Lebensmittel bunkern und diese dann an den Hafen liefern lassen. Die Kinder geniessen den Ausflug mit den vielen Kinderattraktionen in vollen Zügen und springen fleissig zusammen herum und helfen uns auch alles in unsere 2 Bollerwagen und 1 Einkaufswagen zu laden. Von viel Milch, Bier, Wasser über Teigwaren, Tee, Gemüse, Früchte, Fleisch, WC Papier bis hin zu frischem Brot und bei uns noch Windeln. Wobei nur die Lebensmittel geliefert werden können, mussten wir die Windeln selber schleppen, also packten wir diese in den Bollerwagen. Und ob unsere Einkäufe am Abend in den Hafen finden würden, waren wir auf jeden Fall gespannt. Die Verkäuferin hatte Mühe mit dem Eintragen der Lieferadresse, sowie der nicht spanischen Telefon Nr. Aber alles klappte super und am Abend, kurz vor 19 Uhr, kam der Lieferwagen und brachte alles. Nun musste für alles nur wieder ein Plätzchen auf dem Schiff gefunden werden.

14 August, wir haben uns wieder mit der Maimiti verabredet und zwar geht es ins Oceonogràfic. Wir bepackten unsere Bollerwagen und auf ging‘s zum Bus. Im Oceanocràfic genossen wir eine tolle Delfin Vorführung. Wir konnten Pinguine, Seerobben, Walrösser, Pelikane, Flamingos, Enten und vieles mehr bewundern. Was uns besonders gefallen hat, war der Aquariumstunnel durchs Haifisch-Becken. Dort konnten wir viele Rochen, Quallen und andere Fische sehen.

15 August, leider mussten wir uns vorübergehend von der Maimiti verabschieden. Für sie ging es erst mal für ein paar Tage zurück nach Deutschland. Und für uns hiess es vorbereiten, damit wir am nächsten Tag nach Ibiza aufbrechen können. Alles verstauen, letzte Einkäufe machen, Wasser füllen und schauen, das ich noch ein Briefkasten für die vielen Postkarten finde… ich hoffe die kommen an, Spanien hat da ein ganz seltsames System mit einem privaten Postverkehr für Touristen. Das Wetter ist gut angesagt für den nächsten Tag.

16 August, heute Abend um 17 Uhr geht es los nach Ibiza. Die Windprognose sieht gut aus. Für den Anfang sind ca. 15kn Halbwind vorausgesagt, das ist ein sehr gemütlicher und schneller Kurs, und es soll später weniger Wind werden. Doch leider wird es immer mehr. Nach 4h Aufkreuzen, hart am Wind, das ist der Kurs, wo alle Schiffe krängen und man nicht so schnell ist, entscheiden wir uns für den Motor. Es wird immer mehr Wind und zudem kommt er aus der Richtung wo wir hin wollen. Also Motor an und der Kampf  gegen Wellen und Wind Richtung Ibiza beginnt. Es wird ein sogenannter Sägezahn ritt. Kurze steilen Wellen, das gefällt uns Allen nicht und die Kinder fangen an zu spucken. Ich habe meine Mühe und sogar Beni spürt ein flaues Gefühl im Magen. Am 17 August gegen 4 Uhr wird es endlich wieder ruhiger und der Wind dreht, sodass wir wieder segeln können und endlich das Wetter haben, das eigentlich angesagt gewesen wäre. Wir segeln bis kurz vor die Insel, bis wir in die Windabdeckung der Insel kommen und dort den Motor erneut brauchen. Gegen 12 Uhr laufen wir dann in die ziemlich volle Bucht von San Miguel ein. Zum Glück erblickt uns sogleich die SY Traumtänzer und sie helfen uns einen guten Ankerplatz zu finden. Sie sprechen uns auch Mut zu, trotz dem wenigen Platz, das Ankern zu versuchen. Wir erfahren dann, dass die Bucht in den letzten Tagen schon voller war. Hier verbringen wir nun 2 ruhige, erholsame Nächte. Frédéric und Olivier, die Belgier welche wir in Bandol und La Ciotat kennen gelernt hatten, sind gerade in den Ferien und besuchen uns auf dem Schiff.

19 August, geht es mit Hilfe von Frédéric, weiter der Küste entlang. Wir finden eine, gemäss Navily app, ruhig gelegene, einsame Bucht, wo wir nun für einige Tage ankern wollen. Bei der Ankunft war die Bucht Cala Codolar nicht leer, aber da gerade 3 Boote gingen, können wir uns sehr gut, in die Mitte der Bucht setzen. Frédéric‘s Abholservice versorgt uns noch mit frischem Proviant und zusammen mit unseren 3 Besuchern geniessen wir den Abend. In den nächsten Tagen wird die Bucht dann noch einmal recht voll und wir müssen immer wieder mal schauen, dass sich niemand auf unseren Anker legt. Da wir in der Bucht ziemlich hin und her drehen (schwoien) ist nicht immer klar wo die Anker liegen. Vor allem da wir zwei Anker hintereinander setzten war unser Schwoi kreis nicht immer ersichtlich.

20 August, wir sprechen unser Nachbarschiff, mit einem jungen englischen Pärchen an, und laden sie zum Apéro ein. Sie hissten eine ARC-Flagge. Somit wussten wir, dass sie in die gleiche Richtung segeln werden wie wir. Und wie sich herausstellt, waren wir letztes Jahr in Saint Florent kurz nebeneinander gelegen. Aber da wir damals frisch in den Hafen kamen und sie kurz danach ablegten kam es nicht zu einem Gespräch. Dieses holten wir aber nun jetzt in den zwei Tagen nach. Auch sie erinnerten sich an uns, als wir sie darauf ansprachen. Wir sind aufgefallen, mit Elija.

Seit dem 23 August wird die Bucht immer leerer. Auch unsere neuen Freunde der SY Gitane segeln zurück ans Festland. Wir freuen uns aber alle schon, dass wir uns in ca. 10 Tagen wieder sehen werden. Wir geniessen hier weiter das schöne Wetter und baden fleissig, wenn gerade keine Quallen herum schwimmen. Beni machte trotzdem zweimal Bekanntschaft mit ihnen. Es hat Kristall klares Meerwasser, wo wir selbst bei 10m bis an den Boden sehen können.

Am 26 August geniessen wir die Bucht sogar ganz alleine. Selbst am Strand ist kaum was los. Man merkt dass die Saison langsam zu Ende geht. So nutzen wir die Gelegenheit um unseren Abfall an Land in die Tonnen zu bringen, Bei einem vollen Strand ist es unangenehm mit einem Dingi voll Müll anzulanden und zu entsorgen, auch wenn man das darf. Heute werden nebst dem Baden auch die Fensterluken geputzt und die Gummis geschmiert. Für heute Nacht und morgen ist Regen und Wind angesagt. Es wird auch aufgeräumt und wieder etwas Ordnung geschaffen.

Am 28. August segeln wir nach San Antonio, die Küste etwas zurück. Denn wir brauchen bald mal frisches Wasser und unsere frischen Lebensmittel gehen zu Ende. Es gibt nun nur noch Dosengemüse. Nur das Brot wird noch frisch gebacken. Der Grosseinkauf hat sich auf jeden Fall gelohnt.

29 August. Beni und Anaïs gingen in den Bootsladen unser bestellter Radarstecker abholen. Und wie es kommen muss, sie haben ihn nicht. Also sitzen wir hier in San Antonio fest.

30 August. Sie haben den Stecker immer noch nicht… ohne den neuen Stecker funktioniert leider unser Radar auch nicht. Aber wir warten nicht länger, wir wollen heute Nachmittag noch zurück in die Cala Codolar. Morgen will die SY Maimiti nachkommen. Und wir freuen uns darauf J.

31. August: (Anmerkung von Beni) Wir merken die Gemeinschaft und der Zusammenhalt wird immer grösser. Durch den Kontakt mit den verschiedenen Crews wird hier und dort geholfen und auch wir erfahren, dass Chris von der SV Gitane, eine RJ45 Crimpzange und Zubehör hat. So kann ich den Radar ebenfalls reparieren. Die Cala Codolar übersprangen wir in der Hoffnung in der Cala Vedella ein Plätzchen zu finden. Die war voll und so segelten wir weiter nach Cala d’Hort.

Neu könnt ihr unsere Position auch unter dem Link https://www.noforeignland.com/home/boat/5718615252795392/?sid=5334153520218112&tc=1567257358298 erfahren. Die Position ist Abhängig von unserem AIS Signal, resp. Wenn das Signal von einer Küstenstation aufgenommen wird.

Ihr könnt dort sogar unseren Tagesverlauf nach verfolgen.