Dezember Anja und Kiddys

18. November 2019 Anja

Es ist soweit. Ich reise mit den Kinder von Teneriffa mit dem Flieger in die Schweiz. Für einen 3-wöchigen Heimurlaub bei meiner Mutter und Schwiegermutter. Den Flug sowie die Zugfahrt von Zürich nach Freiburg meisterten wir sehr gut trotz viel Gepäck. Und freuten uns um 23 Uhr dann über unser vorbereitetes Bett und warmes Zimmer. Teneriffa 25 Grad, Schweiz kühle 5 Grad.

Von vielen Freunden wurde ich nun mit warmen Kinderkleidern ausgestattet, wofür ich sehr dankbar bin. Sowie für ein Auto, das ich in der Zeit benutzen durfte, und die dazu passenden Kindersitze.

Hiermit Euch allen für die Leihgaben sowie die Beherbergung von uns dreien inklusive einigen Viren einen riesigen lieben Dank.

Nun hiess es alle Paten der Kinder zu besuchen und die Zeit mit ihnen zu geniessen. Denn 6 Monate waren schon eine lange Zeit, um einander nicht zu sehen. Sowie einige anstehende Termine wie z.B. Kinderarzt zu erledigen. Zwischendurch genossen wir noch eine Magen-Darm-Grippe sowie Anaïs eine Hand-Mund-Fuss-Infektion, die nun zum Glück endlich abheilt (Ende Dez)

Leider hiess es dann schon Anfang Dezember wieder Packen, ohne dass wir noch Schnee gesehen hätten. Am 7. Dez geht es mit der Hilfe von Therese mit dem Zug nach Savona, wo wir uns auf unser Kreuzfahrtschiff einschiffen (Costa Magica). Wir fahren dann innert 12 Tagen via Marseille – Malaga – Teneriffa nach Martinique, wo wir am 19. Dezember wieder zu Beni auf unser Schiff umsteigen. Die Zeit auf der Costa verging wie im Flug, es war für uns ein sehr angenehmes Reisen. Denn wir wurden köstlich bekocht, bekamen von unserer gebuchten Innenkabine ein Upgrade und hatten nun eine Balkonkabine auf dem 8. Deck mit toller Aussicht und wir genossen die Kinderspielecken sehr ausgiebig. Wir trafen auch nette Begleitung auf dem Schiff, was uns die Reise noch kurzweiliger machte.

Es war nicht ganz einfach, ganz alleine diese Reise mit 2 Kindern zu machen. Aber ich habe es trotzdem sehr genossen, nicht auf dem Segelschiff zu sein und einige Tage in der Schweiz sowie auf dem Kreuzfahrtschiff zu sein. Denn ich hatte mich zwar in den letzten 6 Monaten an das Seglerleben gewöhnt, und das Leben an Bord gefällt mir grundsätzlich. Aber Segeln mit 2 Kindern ist ganz anders als das, was wir vorher gesegelt sind, und auch anders, als ich es mir vorgestellt habe. Auch als ich nun zurück an Bord komme, habe ich mit den Wellen und dem Wind so meine Mühe. Dazu habe ich in den paar Wochen gemerkt, wie einiges im Alltag an Land so viel einfacher sein kann. Ja, es ist leider so, ich freunde mich gerade nicht mehr so gut an mit unserem Schiff.

27. Dezember 2019

Jetzt heisst es aber trotz allem unwohl sein und abstrichen, sich wieder einzuleben auf der Anduril und die Karibik zu geniessen. Im Meer baden am 24. Dezember , das hat schon was für sich. Aber das mit der Weihnachtsstimmung bei 30 Grad finde ich eher etwas schwierig!!!

 

Ich wurde nun mehrfach angesprochen, wie es denn so ist, mit Kindern zu Segeln….

Nun, es ist definitiv um einiges anstrengender, und man muss mehr planen als ohne Kinder.

Wie sieht so ein normaler Tag aus vor Anker oder im Hafen?

Elija wird so um 6.30/7 uhr wach und hat Hunger. AnaÏs muss um 7/7.30 uhr geweckt werden und im Lauf der nächsten Stunde zum Essen überredet werden, weil ihr sonst beim Segeln schlecht wird oder dann sicher beim Manöver oder am Strand der grosse Hunger kommt.

Vor Anker lassen wir den Tag dann gemütlich angehen. Etwas aufräumen, wieder mal Streit schlichten, Kinder unterhalten, packen für einen Ausflug, alles bereitstellen für an den Strand oder den Ausflug. Nun kommt sicher bei einem der Kinder der Hunger, wieder einen Streit schlichten und Aufbruch zum geplanten Unterhaltungsprogramm. Zum Mittagessen sind wir dann oft zurück auf unserem Schiff, wo es nach dem Mittag die Zimmerstunde für Anaïs gibt (wenn sie mitmacht) und Elija seinen Mittagschlaf macht und wir wieder mal versuchen, Ordnung ins Chaos zu bringen. Weiter wird in der Zeit auch mal die weitere Planung besprochen oder einfach 5min. Ruhe genossen. Am Nachmittag so ab 14.30 geht’s dann evtl. wieder zum Strand oder andere Schiffe besuchen, sich mit Freunden treffen und neue Freunde kennenlernen. Dazwischen müssen wieder mehrfach hungrige Mäuler gestopft werden, und evtl. wieder ein Einkauf organisiert werden, dazu mindestens ein Streit geschlichtet werden. Oder das Schiff sowie unsere Webseite brauchen auch noch etwas Aufmerksamkeit. Um 17.30 geht die Sonne unter, da heisst es sich langsam auf den Heimweg machen, und um 18 Uhr gibt es Nachtessen, wenn alles klappt. Aber das klappt natürlich nicht immer, so gibt es sicher wieder hungrige Kinder zum Trösten und müde sind sie auch langsam. Um 19.30 ist Elija ziemlich erledigt und schläft zum Glück auch schnell ein. Bei Anaïs heisst es am Abend etwas mehr Geduld haben und sie mit möglichst wenig Missstimmung ins Bett bringen und schauen, dass sie die Kurve zum Einschlafen findet. Was mit ihr nicht immer einfach ist. Ab 20.30 haben wir dann Zeit für die Küche, und um das Programm von morgen zu besprechen, wenn alles klappt. Aber das ist noch nicht lange so, denn bis vor ein paar Monaten waren wir bis 21 Uhr oder noch länger mit dem ins Bett bringen beschäftigt. Was uns sehr wenig Ruhe in unseren Abend reinbrachte.

Beim Segeln sieht der Alltag sehr ähnlich aus. Elija schläft da einfach meistens schon vor dem Mittag wieder ein, so um 9-11 Uhr, und ob er dann bis am Abend durchhält, ist dann auch nicht immer klar. Anaïs braucht sehr viel Unterhaltungsprogramm, denn beim Segeln ist ihr langweilig. Dazu haben die Kinder regelmässig (ca. alle 2 Std.) Hunger, und den alltäglichen Streit zwischen den Kindern gibt es natürlich auch. Dazu merkt man nach mehreren Segeltagen oder nach langen Segeltagen, dass sie zu wenig Bewegung haben. Klar, sie haben Bewegung durch das Schiff, aber das Herumspringen fehlt ihnen. Daher gibt es sicher auch mindindestens einen streit mehr zwischen den Kindern, aber manchmal auch zwischen uns.

 

Ja, so in etwa sehen unsere Tage auf einem Segelschiff aus. Es ist grundsätzlich gleich wie an Land. Nur ist es vom Wetter her meistens etwas schwieriger zu planen, da wir so viel draussen leben, oder weil das Segeln länger gedauert hat.

Ohne Kinder ist es einfacher, da man weniger an Essens- und Schlafenszeiten denken muss, oder wenn man zu einem Ausflug etwas nicht dabei hat, so überleben wir das als Erwachsene auch eher als Kinder. Im grossen und ganzen ist es schön, den Kindern diese Möglichkeit zu geben, so viel sehen zu können und ihre Eltern einfach so lange Zeit um sich zu haben. Denn was wir nun schon in den 6 Monaten erlebt haben, das ist der Wahnsinn. Von den schönen Calanques in Frankreich zum Baden in kristallklarem Wasser in Ibiza, wo man locker auf 15 Meter Wassertiefe den Boden sieht. Sowie viele neue Freunde kennenzulernen in Valencia, Ibiza, La Linea, Madeira, La Gomera und Teneriffa. Nun hoffen wir sie hier alle wieder zu treffen. Einen Wandertag in Gibraltar mit den Affen. Immer wieder leckeren selbstgefangenen Fisch wie Thunfisch, Mai Mai, Wolfsbarsch sowie Bonito. In Madeira eine Insel mit dem Auto zu entdecken, die auf so kleinem Raum nicht vielfältiger sein könnte. Uns neben vielen anderen Seglern an der Hafenmauer von Funchal und La Gomer zu verewigen. Sowie unerwartet einen guten Freund aus der Schweiz zu treffen. Über einsame Inseln wie die Selvagens zu wandern, wo nur Segler hinkommen. Nach Teneriffa zu kommen, die wieder so anders ist als alles, was wir in der Schweiz kennen oder was wir bisher gesehen haben, und dort die Auswirkungen von dem Vulkan Teide zu sehen. Oder einen 800 Jahre alten Baum zu bewundern, sehen wie eine Pyramide aussieht. Nun freuen wir uns darauf, das Leben in der Karibik zu entdecken und alle bisher getroffenen Freunde irgendwo wieder zu treffen und natürlich auch viele neue Leute und Segler kennen zu lernen. Wir sind sehr auf den Süden der Karibik gespannt, und ich bin sehr froh, dass es hier meistens nur kurze Strecken von Insel zu Insel sind, so dass wir das Leben vor Anker in vollen Zügen geniessen können und noch etwas bräunen können.