Juni 2020

(Beni) Unser zweites Jahr beginnt.

Das Wochenende liessen wir den Strand aussen vor. Es war sehr regnerisch und machte uns nicht so an, von Bord zu gehen.

Montag, 01.06. Anja geht an den Markt während ich mit den Kidds am Strand bin. Tom von der SY Madonna ist ebenfalls am Strand und wir machen eine grosse Sandschildkröte. Am Nachmittag schneidet mir Anaïs die Haare. Während einer gefühlten Ewigkeit sitze ich und werde ganz vorsichtig geschoren. Aber das Resultat ist gar nicht so schlecht. Anja muss nur wenig nachbessern.

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Dienstag gingen wir am Morgen wieder an den Strand. Am Nachmittag als ein eine kurze Zeit der Wind nachliess ankerten wir um. Es ging alles viel besser als befürchtet. Der Anker kam leicht aus dem Schlick und war auch nicht übermässig lehmig. Wir ankerten um 11 Meter um, damit wir, wenn schlechtes Wetter kommt, noch mehr Kette legen können. Im Moment haben wir 50 Meter draussen und wir wollen mal schauen, wo wir uns einpendeln. Die Ankerkette war nur in den ersten zehn Meter stark bewachsen, danach war die Kette recht sauber.

Am Mittwoch gingen wir alle zusammen an den Markt. Wir trafen dort auch noch mehrere Crews von befreundeten Booten. Einzig die Kinder zwangen uns für eine rasche Rückkehr. Am Nachmittag packte ich trotz Regenwolken die Gelegenheit, um Geld abholen zu gehen. Dies ist ein Fussmarsch von über einer Stunde. Nach dem Bankomaten schlüpfte ich noch vor Ladenschluss in den Hardwarestore (Art Baumarkt) und organisierte einen Vergaser Reinigungsspray. Der Vergaser macht immer wieder kleine Macken und ich muss die Verunreinigungen mal mit Druck rauspusten.

Der Aussenborder hat auch neue "Foils" erhalten. Ich bin noch nicht überzeugt, dass diese einen Mehrwert bringen. Etwas stabiler ist das Fahrverhalten allemal.

Am Donnerstag 04.06 (unserem Hochzeitstag) fährt Anja mir den Kidds an den Strand. Ich tanke mit den beiden Reservekanistern (mit Diesel von Madeira und den Kap Verden) den Haupttank der Anduril. Danach will ich mit dem SUP an den Strand und bemerke, dass der Wassermacher kein Wasser mehr macht. Ich schalte ab und paddle an den Strand. Bei bis zu 20kn (37km/h) geht das ziemlich in die Arme. Dort angekommen tausche ich das Gefährt und fahre mit dem Dinghy in die Marina zur Tankstelle, wo ich die beiden Benzinkanister und ein Dieselkanister wieder auffülle. Der Dieselkanister wird auch sofort wieder in den Tank eingefüllt. Am Nachmittag geht’s auf Fehlersuche mit dem Wassermacher. Der Fehler ist schnell gefunden. Ein kleines Fischchen hat sich verirrt und blieb im Schlauch stecken. Da ich schon dran war, baute ich die ganze Pumpe aus und nahm die Membrane auseinander. Gemäss Kundendienst von Katadyn habe sich möglicherweise Kohlepartikel vom Filter an der Membrane angesetzt. Tatsächlich befand sich dort "dunkle Materie" :-D Nachdem alles wieder zusammengebaut war, tat der Wassermacher seinen Dienst wieder. Auch war das Wasser viel schneller trinkbar. Nach einer guten Stunde war wieder aufgeräumt. Während Anja das Abendessen vorbereitet und ich hier einige Zeilen schreibe, sind beide Kinder in die Kojen verbannt worden. Anaïs will ihre Zvieri-Banane partout nicht essen und Elija entdeckt seine Leitplanken. Er klettert auf alles hinauf, auch auf den schon angeschlagenen Mehrfachstecker des 230V Systems. Ein Punkt, wo wir kein Pardon kennen. Naja, wir freuen uns, wenn die beiden im Bett sind und wir mit einem "Planteur" dem Rum-Punsch auf unser Jubiläum anstossen können. Hoffentlich in Ruhe…

05.06 Der Jubiläumstag unserer weissen Hochzeit. Es regnet den ganzen Tag, aufgrund einer "Tropischen Welle" ( ein Bereich mit  hoher Gewitteraktivität und Bewölkung, die von Osten über einen Grossteil der Karibik wegfegt. Diese Wellen entstehen häufig in Nordafrika und werden durch den Passatwind über den ganzen Atlantik getragen) bringt typischerweise auch intensiveren Regen mit. In der Regenzeit regnet es häufig aber nur kurz. Aber bei diesen tropischen Wellen kann es eben so regnerisch werden. Übrigens entstehen aus diesen tropischen Wellen die tropischen Stürme oder sogar die Hurrikans. Wir haben gehört, dass es alle paar Tage eine solche Welle geben kann. Wir hatten den ganzen Nachmittag Katja und Jaden von der SY NoAnka zu Besuch.

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Samstag. Wir gehen am Morgen wieder an den Strand und treffen die Familie Fleet. Ich verkaufe an sie das Surfbrett im Auftrag von Felix. Es war lustig, ich erhielt von Felix in Deutschland, als Überbringer des Brettes, die Nummer vom Käufer und als ich das WhatsApp Profil öffnete, sah ich, dass wir uns schon kennen. Am Nachmittag genossen wir den Besuch unserer Nachbaren. Wir erfuhren wie sie hierherkamen und sie wollten viel über uns wissen. Es war so toll wieder einmal zusammen zu sitzen und etwas zu quatschen. Es gibt nur noch einen einzigen Coronafall auf der Insel und wir fühlen uns alle recht sicher.  

Am Sonntag gehen wir an den Strand. Es ist wieder strahlendes Wetter. Nach und nach kommen immer mehr Familien. Manche bringen Bier, wir haben Cake mitgebracht. Ander bringen Muffins. Shawn vom Früchtestand kommt mit seiner Frau und bietet seine Früchte und Gemüse an. Alle Kinder bekommen eine Pfirsich-Mango. So süss und saftig. Die zergehen im Mund wie Butter. 11 Uhr verstreicht und niemand kümmerts. Es kommen auch laufend neue Einheimische… Mit schwerem Herzen gehen wir zurück. Die Kinder brauchen etwas zwischen die Zähne und Elija ist richtig müde vom vielen Baden und spielen. Den ganzen Nachmittag sind Leute am Strand und die Bar hat wieder geöffnet. Alle sind frohen Mutes und freuen sich ab dem unbekümmerten Dasein. Wir hören am Funk, dass die Coast Guard in den Buchten sein soll. Aber aufgrund eines Schiffes, welches nicht wie vorgeschrieben in der Quarantänezone geankert habe sondern im 6sm (10km) entfernten Woburn Bay. Bei Sonnenuntergang kommt es noch zu einem Unfall zwischen zwei Einheimischen Booten. Ein Taxiboot fährt nach Beginn der Ausgangssperre mit seinen Gästen, welche ja verbotenerweise am Strand waren, unter vollgas in Richtung Clarke's Court. Nach der Brücke kam ein Fischerboot mit zurückkehrenden Fischern quer zum anderen Schiff. Trotz rufen und Armzeichen kam es zur Kollision. Das Taxiboot fuhr weiter und das kleine Fischerboot sank kurze Zeit später. Zwei der drei Fischer, welche nicht schwimmen konnten, retteten sich auf ein verlassenes Segelschiff. Der dritte hielt sich an der Ankerkette fest. Sie wurden von dem umliegenden Segler als Einbrecher und Räuber gehalten und entsprechend aggressiv angegangen. Bis John von der SY NoAnkka, welcher auf genau dieses Segelschiff aufpasst, machte den Zusammenhang des Unfalls und diesen drei Personen. Er fuhr mit seinem Dinghi dorthin, half dem Fischer im Wasser ins Boot und fuhr die drei an Land.

Montag. 08.06. Es ist wieder Sonnenschein puur. Während ich am Strand bleibe, fährt Anja zum Farmersmarkt. Danach haben alle genug Sonne abgekriegt und eine leichte Rötung macht sich bemerkbar. ("Mann" könnte ja, den Kindern gleich, Sonnencreme einschmieren…) Auf dem Schiff wird das Dinghi auf Deck gehoben und nach dem Mittagessen mache ich mich an die Reparatur eines kleinen Lochs. Der Kleber der einstigen Reparaturstelle hat sich gelöst und die Luft entwich blubbernd aus dem Boot. Zudem hat sich jetzt auch auf der anderen Seite der Verbindungsstreifen, der den Festboden mit dem Schlauch verbindet auf etwa 50 cm gelöst und musste geklebt werden. Ich hoffe, dass jetzt wieder für ein paar Wochen Ruhe ist.

Wow, diese News am Dienstagmorgen. Neu ist der Strand bis um 1700 Uhr offen. Neben anderen Lockerungen, die uns kaum tangieren ist dies aber ein lang erwarteter Tag. Wir gehen natürlich am Morgen und auch am Nachmittag an den Strand und machen neue Bekanntschaften.

Mittwoch ist wie immer Farmer's Market. Die Nacht durch hat es heftig geregnet. Das Dinghi war recht voll mit Wasser und wir liessen den Strand am Morgen ausfallen. Also direkt zum Markt und dann wieder zurück zum Mittagessen. Es gab wieder mal Wraps mit Rotkraut, Linsen, Bohnen mit Poulet und verschiedene Saucen. Zum Beispiel die Kombi von Mojo und Mango Chutney (mit mexikanischen Chili) ist total lecker. Am Nachmittag klart es auf und wir fahren an den Strand. Es kommen immer mehr Leute. Am Anfang waren nur wir und ein paar Einheimische da. Einer schenkte Elija Bananen. Und wir sprachen etwas mit dem Fischer. Bald darauf, nach dem Woher und wer wir sind, kommt er mit Vee zurück. Verena Wyss lebt mit ihrem Mann seit sieben Jahren hier. Sie waren vor langer Zeit nach Kanada ausgewandert und nun eben seit Jahren hier dem Segelboot hier. Kurz darauf, kamen auch andere "locals" und fütterten Elija mit Bananen. Wir teilten dafür mit Anjas Cacke. Später kam auch noch eine belgische Familie mit drei Kinder an den Strand. Da ihre Kinder Siebenschläfer seien, hätten sie es vorher noch nie geschafft an den Strand zu fahren. Roger, der Barkeeper kam ebenfalls und entleerte den vom Regen überschwemmten Sitzplatz. Es grub einen kleinen Kanal, aus welchem ein kleiner Bach wurde und an eine Stunde lang den kleinen See auf dem Sitzplatz abfliessen liess. Die Kinder hatten ein riesen Gaudi darin hin und her zu springen. Nur immer Strand und Meer wird ja auch langweilig, somit ist etwas Abwechslung ideal.

Donnerstag. Heute war Feiertag. Also keine Läden offen. Ich fuhr alleine in die Marina um im Restaurant einen grösseren Download auf dem Notebook zu tätigen. Später gingen wir an den Strand und Tom von der SY Madonna fragte, ob wir am nächsten Tag auch am Strand seien, er habe eine Überraschung für die Kinder. Am Abend war eine Tropical Wave angekündigt. Weder der Wind nahm wesentlich zu, noch gab es den angesagten heftigen Regen.

Freitag. 12.06. Wie jeden Tag fuhren wir gegen 0830 an den Strand. Kurz darauf kam Tom angetuckert und er hatte die versprochene Überraschung dabei. Die Kinder sahen das riesige aufblasbare Einhorn schon von Weitem und sprangen auf Tom zu. Seit diesem Moment, hat Anaïs alle Scheu gegenüber ihm verloren. Er ist happy, den Kindern so eine Freude gemacht zu haben. Da gestern Feiertag war, hatte die Marina ihre Tankstelle heute offen. Ich fuhr dorthin, um einen Kanister Diesel zu tanken und gab die Wäsche zum Waschen ab. Danach fuhr ich wieder zu Anja und den Kids an den Strand. Auch am Nachmittag vertreiben wir unsere Stunden am Strand. Am Abend kamen immer mehr Leute. John von der SY Noanka hatte seien Grill dabei und feuerte für Sparerips ein. Wir überlegten wie und was wir auch organisieren könnten und entschlossen und dann dennoch das Abendessen auf dem Schiff einzunehmen und die Kids normal ins Bett zu bringen.

Samstag. Morgens Strand und am Nachmittag blieben wir auf dem Boot. Wir badeten viel und Anaïs schwamm das erste Mal einige Meter ohne Schwimmhilfen hinter dem Boot. Wir badeten ausgiebig und genossen den Tag.

Sonntag 14.06. Heute war ich mit den Kids am Morgen allein am Strand. Zum Mittagessen fuhren wir aufs Boot und ich grillierte Würstchen. Am Nachmittag waren einige Leute schon am Strand als wir eintrafen. Es kamen immer mehr und auch die erst kürzlich getroffenen Familien. Am Schluss waren wir 6 Familien und 16 Kinder. Es war sehr interessant und ein rechtes Gewusel mit so vielen Kindern. Anaïs ist noch sehr vorsichtig mit den anderen Kindern, welche alle englisch sprechen. Dafür freuen wir uns über mehr Eltern am Strand. Und natürlich die vielen Gespräche, dazu ein gemütliches Bier. 

Montag 15.06. Nachdem wir zuerst am Strand und dann am Farmers Markt waren, machte ich mich noch vor dem Mittag auf die Socken und lief zuerst zur Bank, dann dem Baumarkt und in ein Computerladen um dort eine neue Festplatte zu ergattern. Nachdem wir so viele Filme erhalten hatten, wurde nun der Platz für die Fotos knapp. Nach dem super teuren Kauf, hier kosten IT-Material das doppelte wie in der Schweiz, lief ich gemütlich zurück. Zurück auf dem Boot, packte ich die Platte aus. Super, nicht ein internationaler 230V Stecker, sondern ein Grenadischer… Ich wusste, dass der Baumarkt die Stecker hat, um ein Adapter zu basteln. Ich meinte, ich hätte noch den entsprechenden CH-Stecker. Also kurzerhand noch mal die Schuhe angezogen und mich auf die Socken gemacht… Im Baumarkt gab es den Stecker und ich lief wieder zurück. 17km Fussmarsch waren das an diesem Tag… Also krame ich auf bei der Rückkehr auf dem Schiff die Elektrokiste aus und suche den CH-Stecker. Und was kommt mir zuerst in die Hand? Ein Adapterstück, welches perfekt passt… Nunja, ich fands lustig…

Am Dienstag war für die Kinder Daddyday angesagt. Anja ging mit Katja von der NoAnka einkaufen und die Beiden, begleitet von Katjas Sohn, genossen den Ladyday ausgiebig. Um 0900 Uhr habe ich sie abgeladen und um etwa 1500 Uhr schreibt mir Anja, sie gingen nun einkaufen. Ich hatte es super mit den Kids am Strand. Zum Mittag gab es Spaghetti und nach dem Mittagsschlaf gingen wir wieder an den Strand. Gerade als wir gehen wollten, kamen wieder etliche andere und ich blieb noch eine Weile.

Mittwoch. Es regnet was es regnen mag und das den ganzen Tag. Anja schafft es mit Anaïs trocken an den Farmersmarkt. Aber bei der Rückkehr werden die beiden nass. Free showers for everyone… Ich blieb währenddessen mit Elija auf dem Schiff und war aktiv im Fenster öffnen und schliessen. Gleichzeitig ordnete ich die nun grosse Videothek und sortierte Kinderfilme raus. Die Festplatte wurde mit den knapp 3 TB Filmen bespielt. Leider war die Übertragungsgeschwindigkeit nicht überaus berauschend, da ich nur 1 SS USB-Anschluss am Notebook habe. Das Notebook lief den während 2 Tagen und Nächten. Dabei konsumierten die beiden Speicherplatten und das Notebook etwa 1.5-mal so viel Strom, wie der gesamte normale Stromhaushalt.

Donnerstag. 18.06. Neben dem normalen Strandmorgen fuhren wir am Nachmittag in die Nachbarsbucht bei Phare Bleu. Dies ist die Marina, wo das Schweizer Konsulat ist. Auch einer der berühmten Spezial Laden mit Fleischtheke ist dort. Wir kaufen neben Burger Hackfleisch den hiesigen Gin. Der ist blau, wie Phare bleu halt und soll bei Zugabe von Limette die Farbe wechseln. Wir sind gespannt. Zurück in Hog Island, fahren wir an den Strand. Dieser ist am späten Nachmittag fast immer belebt und wir treffen Freunde. Anja (und ich) üben uns etwas im POI. Viele andere üben diese Kunst, welche von den Maoris stammt. Wenn man das Spiel mit den Bällen an der Schnur beherrscht, kann man diese anzünden und eine Feuershow machen. Wir freuen uns, wenn wir eine solche hier zu Gesicht bekommen. Es fängt an zu schütten. Zuerst meine ich, es ist ja gleich vorüber… Es regnet noch heftiger. Ich drücke mein Bier Anja in die Hand und fahre zum Schiff, um die Lucken zu schliessen. Als ich das Schiff betrete hört es auf und klart auf… Ich wusste es ja. Wenn ich schon auf dem Schiff war, putzte ich den kleinen See im Salon, bevor das Wasser weiss wohin fliesst. Danach hatten wir einen gemütlichen Abend… Bis wir ins Bett gingen. Es regnete wieder, aber sonst war es still. Zu Still. Der Kühlschrank kühlte nicht mehr. Einen kurzen Blick in die Kontrollleiste und ein oranges Licht blinkte. Nächster Check. Die vollgefüllte Gefriertruhe (normalerweise -21°C) -5°C. Nächster Check: Batterie, 23.4V. Eigentlich nicht tragisch, aber die beiden Kühlsysteme haben ein Sicherheitslevel, damit sie die Batterie nicht totsaugen. Einzige Lösung war um 2200 Uhr für eine halbe Stunde den Hauptmotor, unser fuel to noise converter, anzuwerfen und Strom zu erzeugen.

Freitag. Anja bleibt an Bord, weil wir die Batterien wieder hochbringen wollen. Die nächsten Tage ist eher bewölkt angesagt und da wollen wir auf Nummer sicher gehen. Ich fahre zum Strand, aber die Kids sind irgendwie neben den Schuhen. Ich erhalte vom lokalen Fischer hier auf Hog Island meine bestellten Lionfish. Der Feuerfisch ist ein invasiver Fisch, welcher durch seine höchst aggressive Art die heimischen Fische bedroht. Er wird oft nur getötet, weil seine Stacheln äusserst giftig sind. Das Fleisch soll aber sehr lecker sein und wenn die Stacheln abgeschnitten sind, ist auch die Handhabung harmlos. Einzige gefahrlose Fangmethode ist das Harpunieren und dies ist nur Einheimischen erlaubt. Am Nachmittag haben wir die Nachbaren Imelda und Chris von der SY Oran zu Kuchen und Kaffee zu besuch. Imelda hilft immer, wie auch heute beim Farmers Markt (freitags in St. Georges, der Hauptstadt) und ihr Mann sollte sie abholen. Anja ist mit den Kindern am Baden und sieht, wie Chris den Motor des Beiboots nicht ankriegt. Nicht schlimm, wenn er nicht schon los wäre und vom Schiff davon triebe. Ich hüpfe ins Dinghi und sammle ihn wieder ein. Danach frage ich ihn, ob ich seine Frau abholen solle. Zuerst wollte er nicht, er bringe den Motor schon an, aber dann war er froh. Also düste ich in die Nachbarsbucht und holte dort Imelda ab. Für das lebt die Gemeinschaft der Segler, nach meiner Meinung. Jeder hilft, wo er kann.

Samstag 20.06. Grossartige Neuigkeiten. Unsere Freunde, Claude und Therese von der SY Swisslady werden heute zu uns Stossen. Der Salamiexpress wurde angekündigt und wir waren überrascht. Eigentlich hätten sie erst einen Tag vorher aus der Quarantäne entlassen werden sollen und sie wollten noch ein paar Tage in die Marina. Am Morgen waren wir am Strand und gingen gegen 11 zurück. Ich filetierte die restlichen drei Feuerfische die wir am Tag davor gekauft hatten. Die wurden durch Anja paniert und frittiert. Wow, super lecker. Als wir gerade am Essen waren, erhielt Anja ein Whats'app Call von der SY Swisslady. Ich sprang ins Dinghi und fuhr ihnen entgegen. Sie ankerten direkt neben uns und ein gemeinsames Treffen wurde direkt abgemacht. Nachdem, sie sich frisch machten, kamen sie zu Kaffee und Kuchen, respektive Rosé und Kuchen vorbei. Die übriggebliebenen Fischknusperli waren nur kurz auf dem Teller und verschwanden schnell in unseren Mägen. Später waren wir am Strand und es kamen wieder viele Leute und die Kinder spielten im Wasser. Wir erfuhren, dass Roger, am nächsten Tag ein BBQ mache. Wir wurden von Claude und Therese eingeladen.

Sonntag, Eine weitere tropische Welle brachte eine frische Brise und vor Allem Saharasand. Der Himmel war dunstig und es herrschte eine komische Stimmung. Wir verschoben die Ortsbesichtigung mit Swiss Lady um einen Tag. Am Strand war nachmittags viel los, viele Leute, viele Kinder und vom Grill duftete es herrlich. Wir genossen einen schönen Abend und gaben für die sehr aggressiven Sandflöhe und Mücken ein Festmahl ab.

Montag. Am Frühstück sagt Anja zu mir: Entweder wir holen heute die von vielen gelobte Creme gegen Sandflöhe, oder sie komme am Abend nicht mehr mit an den Strand. Da mein Hörbuch noch nicht zu Ende war, war ich sofort dabei und machte mich vom Farmers Markt auf die Socken und lief in eine Apotheke, 3km ein Weg. Die Salbe gab es in zwei Ausführungen und im Spray. Sicher ist sicher. Alle drei gekauft lief ich gemütlich zurück. Wieder am Hafen angekommen, treffe ich Imelda, welche auf ihren Ehemann wartete. Ich durfte mit ihnen zurückfahren und kam pünktlich zum Mittagstisch. Am Nachmittag fuhren wir wieder an den Strand und genossen einen geselligen Abend.

Dienstag 23.06. Am Morgen gesellte sich Anja zum Aquanudling und ich schaute zu den Kids. Danach ging ich ins "Bootcamp". Ein Cardio Fitness mit dem eigenen Körpergewicht. Danach, als alle wieder gegangen waren, genossen wir noch kurz den Strand und gingen zum Mittagessen zurück. Während der Zimmerstunde der Kids, bereiteten wir alle nötigen Sachen vor, die wir im Verlaufe des Tages am Strand brauchten. Es gab zwei Taschen. In der Tasche für den Abend war unter Anderem Holzkohle für den Grill. Wir haben uns mit Swiss Lady und Clarity verabredet. Wir waren etwa um 3, zum zweiten Mal an den Strand. Es waren schon einige Einheimische da. Und wir die einzigen Weissen… Wir kamen uns etwas "fremd" vor und wurden wieder mal vor den Kopf gestossen. Uns rief plötzlich einer der Einheimischen zu. "Hey, wir haben hier Fruchtsaft, Zitronenwasser und Wasser, wenn ihr Durst habt!" Grenada live. Ich fragte dann den Grillmeister, der einen Grill einfeuerte und den anderen etwas unzugänglich gemacht hatte, ob er eventuell noch Platz hätte, wir hätten auch geplant zu grillieren. Er meinte, er habe etwas wenig Kohle, aber ein Platzproblem gäbe es sicher nicht. Währenddessen kam Sparry, der lokale Fischer zu mir, ich solle mir die Fische ansehen, welche er heute gegangen hätte. Ich kaufte im einen 1kg Fisch ab und er bereitete ihn für mich zu. Ich brachte den Fisch vorerst in die Kühlung aufs Schiff. Die einheimische Familie ass noch bevor wir unser Apéro begannen und als sie das letzte Stück Fleisch vom Grill nahmen, riefen sie uns, dass wir unser Grillgut nun rauflegen könnten. Wir legten etwas Kohle nach und führten unser Apéro fort. Danach wurde aufgelegt und herrlich gespiesen. Es gab den frischen Fisch, Würste und herrliche Salate dazu. Der Abend ging erst zu Ende, als es dunkel wurde. Hier muss angefügt werden, dass es in der Karibik keine eigentliche Dämmerung gibt. Nach dem Sonnenuntergang wird es innert wenigen Minuten Stock dunkel. Wir mussten die Kinder zusammensuchen die völlig entspannt umherspielten. Elija hat in Imelda eine neue Freundin gefunden und Anaïs spielte mit Claire von der Clarity. Die Creme hatte auch ihre Wirkung gezeigt und wir wurden grösstenteils verschont. Nach etwas Protest während dem Zähneputzen, war innert Minuten in den Kinderkojen Ruhe eingekehrt. Auch wir sind geschafft aber sehr Happy und gehen um 9 ins Bett.

Hier haben wir endlich gefunden, was wir uns von dieser Reise erträumt hatten. Die Gemeinschaft der Cruiser. Elija wählt sich jemanden aus (von den Personen, die er schon kennt), nimmt ihn an der Hand und geht mit ihm oder ihr spazieren. Und die Leute hier, die wir nun seit drei Monaten von weitem oder nahem gesehen haben freuen sich ab der aufgestellten Art der Kinder. Anaïs findet neue Freunde und hat heute den ganzen Abend mit ihnen gespielt. Es sind auch ältere Kinder dabei, welche auf die Kleineren aufpassen. Hog Island ist ein Traum. Schön, dass wir das erleben dürfen.

Mittwoch geht es am Morgen wieder an den Markt. Es wurde "Homemade" Mango-eis angeboten. Wir konnten natürlich nicht widerstehen. Am Abend gab es ein gemütliches einfaches Znacht. Es gab ein herrliches Steinpilzrisotto von Claude.

Donnerstag fuhr ich am Nachmittag in die Marina, wo ein Sammeltaxi mehrere "Cruiser" einsammelte und zum Spital brachte. Nein, keine Sorge, mir geht es gut. Einer der langjährigen Cruiser muss eine schwere Operation machen. Dafür wurde einerseits Geld gesammelt, aber auch Blut. Da wir jung und Fit sind, ging ich zum Blutspenden. Danach hatte ich die Wahl eines Getränkes und kurz darauf hielt ich ein "Guinnes" in der Hand. Ich liebe dieses Land :-D. Es waren wieder eine einheimische Familie da. Als sie Anaïs mit einer deren Puppen spielen sahen, waren sie so gerührt und schenkten diese kurzerhand Anaïs. Sie meinten ihre Tochter habe der Puppe während der ganzen Zeit nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt wie Anaïs nur an diesem Nachmittag. Jetzt hat Anaïs auch endlich eine Strandpuppe. Die Stofftiere durfte sie nämlich nicht mitnehmen. Zum Zvieri gab es Mango-Tiramisu. Dieses war in aller kürzester Zeit weg. Am Abend gab es wieder Znacht am Strand. Es gab neben einer Gemüsepfanne vom Grill auch gegrillte Würstchen, die wir als Hot Dogs genossen.

Freitag 26.06. Heute war Anja mit dem Blutspenden. Bei der Rückkehr kam der Bus in die Rushhour und brauchte ewig. Zum Znacht gab es Nudeln mit Gemüsereste. Es waren viele Leute da und es gab so etwas wie eine Party. Erst gegen 20Uhr fanden wir in der Dunkelheit den Weg zurück. Die Kinder schliefen innert wenigen Minuten ein.

Samstag. Wir durften heute eine Nähmaschine anschauen, welche Anja schon lange sucht. Währenddessen wir beim Besitzer an Bord waren, wehte eine heftige Gewitterfront über uns her. Leider machte der Verkäufer in der letzten Sekunde einen Rückzieher und meinte er melde sich morgen. Er müsse zuerst mit dem zukünftigen Eigner des Schiffs schauen. Danach fuhren wir auf die andere Seite der Bucht um Salat und andere Zutaten für den Abend zu kaufen. Als wir alle hungrig waren und nicht genau wussten was essen, kauften wir bei Taffy's Sports Bar einen hervorragenden Roti. Der war so gross, dass er fast für die ganze Familie reichte. Am Nachmittag war es wieder sehr regnerisch und so entschlossen wir uns unsere Burger auf dem Schiff zu grillieren. Also kamen Claude und Therese zu uns und wir genossen einen gemütlichen Abend auf dem Schiff.

Sonntag 28.06. Anaïs kam wieder nicht in die Gänge und so fuhr ich mit Elija an den Strand, während Anja und Anaïs das Schiff aufräumten. Am Nachmittag fuhren wir dann alle an den Strand. Es hatte so viele Leute wie noch nie. Vorallem waren Einheimische da. Alle sehr freundlich und wir grillierten unsere noch gebliebenen Burger und Hot Dogs.

Montag begann mit Standartprogramm. Anja fuhr zum "Noodling" an den Strand und kam danach zurück, während ich mit den Kidds an Bord blieb. Ich machte alles für den Markt parat und schrieb ausserdem dem Nähmaschinenverkäufer. Er bestätigte mir, entgegen unseren Befürchtungen, dass ich die Nähmaschine gegen Mittag abholen könne. Ich bezahlte sofort den Betrag und nahm mit einem Cruiser Kontakt auf, welcher am Morgen einen Inverter (Stromumwandler) angeboten hatte. Er sicherte mir diesen zu und somit sollte Anja nach dem Mittag eine funktionierende Nähmaschine zu Verfügung stehen. Der Kauf der Maschine klappte ohne Probleme und nachdem ich die schwere Maschine wassergeschützt im Dinghi platziert hatte fuhr ich zum Segler mit dem Inverter. Der schaut mich mit grossen Augen an und meinte, er habe den Inverter vor einer Stunde an jemanden, den er für mich hielt abgegeben. Mist… Ich fahre mit der Maschine zurück und mache mich sogleich auf die Socken in ein Elektrofachgeschäft. Ich lief etwa 20 Minuten und fand in diesem Geschäft heraus, dass sie keine solchen Geräte haben. Also zurück zum Dinghi, quer über die Bucht zu einem anderen Laden. Tresor Trove, verkauft gebrauchte oder nicht ganz neue Geräte. Er hat auch keinen solchen Umwandler, weiss aber wo ich günstig einen finde. Im ACE Hardwarestore. Da fahre ich also zurück zu Anja, bespreche kurz was wir machen und fahre weiter in die nächste Marina. Dort geht es 30 Minuten zur Bank, wenn ich ja eh dort bin und danach noch 5 Minuten weiter in den Store. Das gesuchte Gerät finde ich sofort. Sogar noch besser. Die haben Umwandler von 230V zu 110V. Damit können wir die Maschine zukünftig in der Schweiz auch benutzen. Ich kaufe gleich noch 6 Flaschen Wein und laufe zurück. Die Weinflaschen und der schwere Umwandler machen sich bei dieser Wärme und dem steilen Gelände doch recht bemerkbar. Zurück beim Boot lade ich ab und fahre an den Strand. Dort geniesse ich im lauen Wasser zunächst ein Hopfentee. Dabei komme ich mit Gary von der SY Maracuja ins Gespräch. Er erzählt mir, dass er heute einen Umwandler fürs Notebook seiner Frau bei einem anderen Segler gekauft habe. Der Dieb ist entlarvt!!! Wir hatten es danach ziemlich lustig und ich konnte ihn den ganzen Abend aufziehen :-P Zum Znacht gab es Spaghetti Carbonara von Claude und wir assen zusammen mit Claude und Therese von der SY Swisslady, Ruedi und Chris von der SY Pasito und Gary und Chantale von der SY Maracudja. Und es blieb nicht nur bei den Spagetti wir konnten von Chantal den Reissalat probieren, unser grüner Salat wurde rum gereicht und Chris hatte auch was leckeres mit.

Dienstag. Mit denselben Leuten gingen wir auf die Inseltour mit Cutty Tours. Laut Freunden der beste Tourguide. Um 0830 ging es los. Wir fuhren zuerst an einen Wasserfall mit einem kurzen Badeaufenthalt, danach besuchten wir einen Aussichtspunkt und konnten auf Tuchfühlung mit einem Mona Affen, den hiesigen Affen gehen. Danach fuhren wir zur Choccolat Company. Bei dieser waren wir schon mal mit der Maimiti. Diesmal ging die Führung aber noch weiter und detaillierter erklärt. Wir konnten in einen Raum, welchen wir das letzte Mal nur durch eine Scheibe betrachten konnten. Danach gab es Schokolade zum Probieren. Nächster Programmpunkt war die Rumbrennerei welche noch anno dazumal den Rum, biologisch und mit Wasserkraft herstellt. Erst gegen 1400 Uhr trafen wir im Restaurant zum Mittagessen ein. Gesättigt fuhren wir der Atlantik-Küste nach zurück. Immer wieder hielt der Fahrer an und zeigte uns die Früchte. Manchmal stieg er aus und holte Früchte von den Bäumen. Ich habe selten so süsse und saftige Früchte gegessen. Besonders die Julie-Mango war aussergewöhnlich. Warm vom Baum. Besser geht’s kaum mehr. Gegen 1700 kamen wir dann am Startpunkt an und bezahlten den Fahrer. In der Bar bei der Marina gab es ein kleines Ausklanggetränk und als die Kidds quengelig wurden ging es zurück aufs Schiff und im Eiltempo mit den ins Bett. Was wir genau erlebt haben und über die Geschichte Grenadas erfahren haben. Welche Früchte wir gesehen haben und darüber gelernt haben, sprengt den Rahmen dieses Blogs. Wir werden euch diese Infos aber nicht vorenthalten. Freut euch auf einen weiteren Spezialblog. 20205609JPG

Wie gewohnt könnt Ihr unsere (statische) Position auf Noforeigenland nachschauen. Ich habe unsere Position aktualisiert. Normalerweise ist ein Filter vorgewählt, auf welchem Schiffe welche mehr als drei Monate nicht bewegt wurden ausgeblendet werden.