März 2020

(Beni) 01.03: Heute ist der Geburtstag von Flora auf der SY Maimiti. Anaïs wurde zu der Geburtstagsparty eingeladen und so etwas kann man ja nicht abschlagen. Demzufolge machten wir uns auf den Weg nach Sandy Island bei Carriacou. Wir erreichen kurz vor Mittag das Bojenfeld des Marineparks und legen uns neben die SY Maimiti. Flora wusste nicht, dass wir kommen und freute sich sehr. Kurz darauf wird Anaïs abgeholt und die Party mit Topfschlagen, Schnitzeljagt und Kuchenessen beginnt am Strand. Anja schnorchelt vom Schiff an Land während ich darauf warte, dass Elija aus dem Mittagsschlaf aufwacht. Danach geht’s auch für mich auf diese kleine liebliche Insel. Das Wasser ist wieder super klar und überall stürzen sich Pelikane auf ihrer Jagt ins Wasser. Ich gehe auch schnorcheln. Was wir bisher gesehen haben, wird hier in den Schatten gestellt. Ich schwimme am Riff und sehe Lobsteransammlungen und viele Fische, darunter auch schöne grosse. Als ich mich dann halb von der Strömung zurücktreiben und halb zurückschwimme, durchschwimme ich Fischschwärme (evtl. Sardellen) von abertausenden von Fischen. Ich sehe vor lauter Fische kaum das Wasser mehr. Atemberaubend.

Sandy Island. Ist eine kleine zu Grenada gehörende unbewohnte Insel. Die sehr schmal dafür lang ist. Sie liegt direkt vor der Nordwestküste von Carriacou.

Am nächsten Tag fahren wir weiter in die Tyrell Bay. Dort geht’s zuerst ans administrative. Ich erledige die Einreiseformalitäten und danach erkunden wir die Küstenstrecke. Viel gibt’s nicht zu sehen, ausser einem richtigen Supermarkt wieder einmal. Da gibt’s Lebensmittel mit dem Slogan «Ist better because it’s swiss» BBQ Sauce, original Jamaican Jerk…

Carriacou. Gehört zu den Inselgruppen von Grenada und den Grenadines. Sie ist 34km2 gross und hat 6000 Einwohner. Die durch Vulkanismus entstandene bergige Insel ist von Korallenriffen umgeben und erreicht eine Höhe von 291m. Die Höhe der Erhebung reicht nicht aus, um vorbeiziehende Wolken zum Abregnen zu bringen; deshalb existiert auf der Insel kein einziger Fluss und die Insel ist deutlich trockener als Grenada.

Am 03.03. fahren wir zurück an die wunderschöne Sandy Island. Wir feiern den Geburtstag von Anaïs vor. Nachdem wir Floras Geburtstag feierten, wollten wir die Gelegenheit nicht verpassen, an einem so schönen Ort auch mit Flora Anaïs zu feiern. Warscheinlich ist an Anaïs Geburtstag keine Freundin in der Nähe und so nutzten wir die Gelegenheit, dass sie zusammen mit einer treuen Gefährtin Kuchen essen und sich feiern lassen kann. Bevor wir an Land fahren, besuchen wir einen Katamaran mit österreichischer Flagge. Dort schwirrt auch eine Drohne herum. Der Pilot Franz, meinte schon, wir kämen zum Reklamieren. Wir baten ihn aber um einige Auszüge seiner Fotosession (Da ja meine Drohne baden gegangen ist). Besten Dank an die schönen Bilder. Beim Strandspaziergang sahen wir ganz viele Einsiedlerkrebse. Von nur einem knappen Zentimeter, bis zirka 7 cm grosse Tiere, die in ihren Häuschen herumwandern. Wir bleiben an diesem Ort, einer meiner persönlichen Favoriten, noch für zwei Nächte.

04.03 Nach einer super unangenehmen Nacht an der Boje, das Schiff machte wegen dem Wind ununterbrochen ruckartige Bewegungen an der Boje, feiern wir schon wieder eine Geburtstagsfeier, diesmal ist es der Geburtstag von Judith. Wir sind eingeladen, die Familie der SY Maimiti um 1400 am Strand zu treffen. Aber am Morgen überarbeite ich die Fixierung an der Boje. Ich setze eine spezielle Festmacher mit Ruckdämpfer ein. Dieser schäkle ich mit einer Kette an den Bojenstropp und lege die Leinen auf die Ankerrolle. Dafür muss ich zuvor den Anker abmontieren und wegräumen.  Wir verbringen den Nachmittag gemütlich am Sandstrand und die Kinder sammelten wieder Einsiedlerkrebse und bauten Burgen für die Tiere. Wir assen Crêpe mit Schlagsahne und Kirschenkonfi. Für den Abend werden wir noch für Stockbrot eingeladen. Ich lokalisiere mit Judith und den Kindern eine geeignete Stelle für ein Lagerfeuer und sammeln Holz. Anja holt an Bord eine gute Flasche Wein, Pullover und meine neue noch nie gebrauchte Campingschaufel und die letzte Packung Chips. Felix holte den Teig und Salat. Alle wiedervereint zündeten wir ein herrliches Lagerfeuer an und genossen sowohl die Stockbrote und den Sonnenuntergang hinter dem Lagerfeuer.

Am nächsten Morgen, nach einer weiteren unangenehmen Nacht, entschlossen wir uns kurzerhand für den längeren Schlag direkt nach Grenada. Es hat wieder einmal deutlich mehr Wind als vorausgesagt und die Wellen sind auch doppelt so gross wie die Prognosen. Elija lässt sich sein Fruchtbrei ein zweites Mal durch den Kopf gehen und natürlich fällt der Eimer in einer grossen Welle ins Cockpit und verteilt den Inhalt grosszügig… Jupii…
Wir kommen um zirka 1300 Uhr in einer kleinen Bucht an und ankern sehr nahe an der Küste. Der Anker hält sofort im schwarzen Sand. Wir haben wieder einmal absolut kein Wind vor Anker. Das hatten wir das letzte Mal in Ibiza. Wir schwojen (wandern mit dem Schiff) im ganzen Kreis um den Anker.

Grenada; ist 344km2 gross und hat 107.800 Einwohner. Grenada und die Grenadinen sind Inseln Vulkanischen Ursprunges. Einige sind auch heute noch aktiv, ob an Land oder auch im Wasser. In Grenada ist die Erde sehr Fruchtbar. Das innere von Grenada ist bergig. Die Hauptstadt St. Georges liegt an der Westküste und hat einen grossen Hafen. Der höchste Punkt ist 840m, in den Bergen entspringen zahlreiche Flüsse. Das vorherrschende Klima ist tropisch mit vergleichsweise geringen Temperaturunterschieden im Jahresverlauf. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei rund 27 Grad Celsius. Die Höchsttemperaturen liegen meist bei um die dreißig Grad, während die nächtlichen Tiefsttemperaturen meist auf 23 Grad Celsius fallen. Die höchsten Temperaturen sind in den Monaten Juni bis August zu erwarten, wobei hier der Nordost-Passat dafür sorgt, dass die hohen Temperaturen gut auszuhalten sind. Kühler wird es von November bis Februar. Trockenzeit ist auf Grenada von Januar bis Mai. Dennoch fällt auch während der Trockenzeit Regen, monatlich durchschnittlich an rund zwölf Tagen. Die Regenzeit fällt in die Monate Juni bis Dezember. Dann kommt es zu heftigen Niederschlägen an rund 22 Tagen pro Monat. Grenada liegt am südlichen Rand des Hurrikan Gürtels und hat in den letzten 50 Jahren nur 4 Stürme abbekommen. Grenada wird auch Gewürzinsel genannt, Spice Island. Es gibt diverse Rum Destillerien, es werden auch Muskatnüsse, Zimt und Kakaobohnen geerntet, getrocknet und verarbeitet. Auch solche für in die Schweiz.

Nach einer super ruhigen Nacht, fast zu ruhig nach den letzten Nächten, machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg in die Dragon Bay. Tönt abenteuerlich und gefährlich, ist aber ganz nett. Unter unserer Boje ist nämlich ein Unterwasser-Skulpturpark. Nach zwei ausgiebigen Schnorcheleien, und reizenden Begegnungen mit Quallen für Anja, Elija und mich (Zum Glück sind diese hier relativ harmlos und schmerzen nur kurz) fahren wir weiter in die Hauptstadt St. Georg. Wir ankern neben der SY No Stress, einem Schweizer Schiff. Als ich sehe, dass jemand von diesem Schiff ins Dingi hüpft, winke ich und der Dingifahrer winkt zurück und kommt prompt vorbei. Wir werden von Alex zum Znacht eingeladen, er habe einen Mahi Mahi gefangen. Wir fahren zuerst noch in den Hafen und tanken etwas Benzin für den Aussenbordmotor und lassen die Kinder kurz am Strand (wieder schwarzer Sand) herumtoben.
Um 1800 Uhr, klopfen wir bei Alex an und besichtigen sein Schiff. Eine Amel 54. Was für ein tolles Schiff. Wir essen zusammen z’Nacht und haben es super gemütlich. Wieder einmal treffen wir liebenswerte und kontaktfreudige Leute. Ich finde dies super spannend.

07.03 wir wollen weiter in den Süden, da solle es schöne Buchten geben, laut den Karten… Also legen wir vormittags los und fahren gemütlich bis zum Kapp. Da wird es plötzlich ganz ungemütlich. Die See ist sehr kabbelig (Wind, Strömung und Welle sind unterschiedlicher Meinung und schubsen sich durcheinander herum) Wir machen unter Motor kaum 2 kn Fahrt. Wir (Ich) stiere es durch und wir fahren in die Prickley Bay. Wir lassen nicht einmal den Anker fallen, denn so wie die anderen Schiff herumtanzen, ahnen wir, dass das hier keine prickelnde Nacht werden würde. Wir kämpfen uns eine Bucht weiter. Dort ist es ruhig. Sehr ruhig. Keine Welle, fast Windstill, keine Bewegung, viele Schiffe, viele Bojen und nach dem Ankern viel Schwoikreis (Wir schwoien während 12 Stunden, 7sm, d.h. 12km). Nur ab und zu aus dem Nichts Fallböen mit über 15kn (ca.25km/h). Nicht sonderlich stark, aber sie tauchen eben aus dem Nichts auf und rauben besonders Anja den Schlaf.

Nach dem Frühstück und kurzer Besprechung beschliessen wir unsere Rückkehr einzuleiten. Wir fahren, nein fliegen eher mit 7-8 kn zurück, obwohl wir nur die Genua (Das vordere Segel) führen. Nach dem Kapp mit stark gerefftem Segel (es hat wieder mal über 20kn Wind), überholen wir einen anderen Segler, der das nicht so lustig fand. Kaum hinter uns, hisste er sein Grosstuch und wollte mithalten. Wir fuhren ihm dennoch davon. Gut, etwas gemein von uns, wir hatten aus Sicherheit die ganze Zeit den Motor mitlaufen und aufgrund der Krängung war der Auspuff unter Wasser und deshalb unsichtbar… Die Gegend hat den Ruf, einigermassen Gefährlich zu sein aufgrund Untiefen und Strömungen. So lief bei uns der Motor mit, damit wir in Notfall, entgegensteuern können. Wir ankerten am selben Ort wie vor zwei Tagen und entsprechend hielt der Anker auch schnell in dem eher felsigen Grund. Wir sind ganz nah vor der Einfahrt zum Hafenbecken von St. George’s. Unser Plan für die kommenden Tage ist sowohl eine Schokoladenfabrik wie eine Rumbrennerei anzuschauen. Da ist für alle etwas dabei…

09.03 Es ist Montag und die Geschäfte haben wieder offen. Wir gehen am Morgen zusammen mit der Maimiti an den Markt und kaufen etwas Gewürze und vor allem Muskatnüsse. Grenada ist bekannt für die Vielfalt der Gewürze. Am Nachmittag erledigen wir die nötigsten Einkäufe und verbringen den frühen Abend am Strand. Zum Znacht grilliere ich etwas vom letzten Stück Rindsfilet von Teneriffa, dass bis jetzt tiefgekühlt war.

10.03 Wir fahren gegen 10 Uhr zusammen mit der Maimiti los in Richtung Busbahnhof. Es ist ein wuseliger Haufen von Minibussen. In allen Farben und Designs und dezent mit einer Zahl markiert. Wir wollen eigentlich den Bus N°4 nach Grenville nehmen, aber wir werden sehr schnell auf die Nummer 6 geleitet. Die Busfahrt dauerte etwa 75 Minuten und kostete pro Person 6 XCD (2CHF) In Grenville steigen wir um, sehen uns um, und werden noch bevor wir uns nach dem richtigen Bus erkundigen konnten angesprochen und auf den richtigen Bus gebracht. An der Schokoladenfabrik wurden wir dann auch herausgelassen. Wir hätten diese kleine Fabrik nie gefunden. Sofort wurden wir ins Gebäude gebettet, noch bevor wir die kleinen hungrigen Monster füttern konnten und die 4 Räume mit den insgesamt sechs Maschinen geführt und erklärt wie alles funktioniert. Danach wurden wir in den klimatisierten Shop geschickt, wo wir sechs ihrer Schokoladenprodukte degustieren konnten. Es fing an bei Schokolade mit 60% Kakao und ging danach über 72%; 82; und 100% rauf. Wir wurden vor dem Probieren aber gewarnt, dass Kakao natürlicher Koffein beinhalte und wir den Kindern nur die schwache Variante geben sollten. Der 100% ist ganz schön Bitter und super kräftig im Genuss. Wir entschieden uns schlussendlich für 5 der milderen Tafeln die wir für 55XCD kauften. Ein stolzer Preis, aber auch direkt und nur im kleinen Mass produziert.
Danach liefen wir etwas mehr als ein Kilometer talwärts zu der Belmont Estates. Ein grosses Parkähnliches Anwesen mit der Kakaobohnentrocknungsanlage und einem kleinen Ziegenpark. Dort wird neben Schokolade auch Ziegenkäse produziert. Wir geniessen eine heisse Schokolade (bei über 30°). Die schmeckt sehr lecker, neben Zimt ist auch Muskatnuss herauszuschmecken. Die Rückfahrt wird super rasant. Uns wird ganz mulmig ab dem Fahrstiel und sind froh, dass die Fahrt nur kurz ist. In Grenville gönnen wir uns ein Roti (Mit Fleisch und Kartoffel gefüllte Crêpe mit Currysauce) als Zwischenverpflegung. Danach schlendern wir erneut zum Busbahnhof wo wir leider erneut in ein Bus stiegen mit einem Fahrer, der es sehr eilig hatte. So eilig, dass Elija sein Roti noch einmal durch den Kopf lies und wir neben dem Festhalten in den Kurven noch Feuchttüchlein und Zipsäcklein aus dem Rucksack fummeln mussten. Vielleicht hätten wir so wie Maimiti aussteigen und den nächsten Bus nehmen sollen. Naja, wir haben’s überlebt. Falls jemand Grenada besucht, ist dieses Abenteuer unbedingt zu empfehlen.

11.03 wir machen heute einen gemütlichen Tag mit nicht viel tun. Ich gehe nach dem Mittagessen in den Bootszubehörshop und danach fahren wir alle an den Strand. Wir diskutieren mit Maimiti über zukünftige Strecken und den Schrecken des Covid-19. Kaum zurück an Bord vernehmen wir, dass in Martinique ein Kreuzfahrtschiff blockiert wurde und die Azoren ein Festmachverbot für Schiffe erlassen hat. Auch weitere Inseln lassen Schiffe aus Deutschland, aber eventuell bald ganz Europa nicht mehr einreisen. Für uns bedeutet das eine gewisse Unsicherheit. Wie sollen wir weiter? Können wir zurück über den Atlantik? oder überhaupt weiter? Oder doch weiter Richtung Westen und erst nächstes Jahr zurück über den Atlantik?

Am nächsten Morgen werden wir durch ein hupendes Schiff aus dem Bett geholt. Es ist ein Pilotschiff vom Frachthafen. Wir dürften hier nicht ankern ist die Devise, sie hätten neuerdings Bojen die das Ankerfeld begrenzen würden. Naja, die Bojen haben wir gesehen, haben aber mit den internationalen Bojen Signalisation nicht viel gemeinsam. Wir ankern um und setzen uns neben die Maimiti. Am Vormittag gehen wir eine für uns neue Einkaufsmall entdecken. Es gibt dort Fleisch in guten Grössen zu anständigen Preisen. Am Nachmittag treffen wir uns mit Maimiti am schwarzen Sandstrand, wo kaum Touristen sind. Wir sammeln Holz und bauen eine Feuerstelle. Kurz darauf brennt ein kleines Lagerfeuer und noch ein wenig später brutzeln Würstchen, Curryhänchen und Rindsfiletplätzchen darauf. Dazu gibt es herrliche Salate und ein kühles Bier für die Erwachsenen. Zum Dessert freuen sich die Kinder (naja, nicht nur die Kinder) über die Marshmallows. Danke der Crew von Maimiti für den tollen Abend. Die Brandung hat in den letzten Tagen zugenommen und die Abkühlung kam prompt beim losfahren. Als wir das Dinghi ins Wasserschoben, kam eine grössere Welle, welche das Dinghi anhob und gleich noch brach und vorne im Dinghi einstieg. Ich war gerade im Begriff einzusteigen und hatte ein Bein schon im Boot, als es mir das andere wegriss und ich im Wasser landete. Elija fand das ganze nicht mehr so lustig… Schlussendlich wurden wir von einer netteren Welle sicher übers Riff hinaus gezogen und warteten in sicherer Entfernung auf die Maimiti. Deren Aussenborder holte sich auch etwas mehr Aufmerksamkeit von Felix und so schleppten wir unsere Freunde in Richtung Schiff bis der Aussenborder genug Zuwendung erhielt und ansprang. Alle gelangten gut aufs Schiff und schnell gings mit den Kindern ins Bett. Ich hätte mit grösster Wahrscheinlichkeit meine Crew für den Transat zusammen, aber nun sind wir durch Covid-19 doch sehr unsicher, ob wir wieder zurück wollen oder ob wir zu den ABC-Inseln zum übersommern sollen und danach via Dom. Rep; Cuba noch ein Jahr Karibik und evtl. Amerika anhängen sollen. Ich wäre sofort dafür, aber liegt es finanziell auch drin. Und kann sich Anja dazu überwinden die doch längeren Segelschläge in Angriff zu nehmen?

Freitag der 13.03 Wir legen Nach dem Mittagsschlaf einen Strandtag am weissen Sandstrand der Grande Anse ein. Anja geht mit Judith eine weitere «Mall» auskundschaften. Sie geniessen die kinderlose Zeit und kommen gegen Abend zurück. Am Abend geniessen wir wieder einmal selbst gemachte Burger.

Am Samstag gehen wir als ganze Familie in die grosse Mall und kaufen noch ein paar fehlende Lebensmittel. Nach einem kurzen Sonnenbaden fahren wir bei recht Wind und Welle wir zurück und werden abgekühlt.

15.03 Nach einer sehr ungemütlich, welligen Nacht hoben wir den Anker früh am Morgen und sind gegen 0815h im Hafen zum Wasser auffüllen. Wir meinten, dass die Tankstelle um acht öffnet, aber natürlich nicht am Sonntag. Also warten wir und fahren Schleifen im Hafen, es hat kaum Wind und in 20 Minuten sollte die Tankstelle öffnen. Am Tankstellensteg war ein Motorboot festgemacht, sodass wir nicht einfach auch festgemacht warten konnten. Der Bootsbesitzer kam dann natürlich erst fast eine Stunde später… Nach weiteren 20 Minuten waren die 600 Liter Wasser in den Tanks und wir legten bei Windstille ab um wieder in die Prickley Bay zu Motoren. Diesmal war es sehr angenehm (ausser dem Motorenlärm), viel schneller und in der Bucht fanden wir ein super gemütliches und ruhiges Plätzchen. Das Schiff bewegt kaum auf dem spiegelglatten Wasser. Es ist sehr regnerisch und wir unternehmen nur einen ganz kurzen Strandspaziergang.

Am Montag unternehmen wir mit Maimiti einen längeren Spaziergang in ein Lebensmittelladen und einem Baumarkt. Wir finden wiedermal Bier zu einem räsonablen Preis. Zurück am Dinghi-steg gehe ich mich noch im Bootsbedarfsladen umsehen, während Anja im Restaurant nebenan ein Bier trinkt und Fotos auf die Cloud herauflädt. Wir entscheiden uns kurzerhand, nach der Sichtung der leckeren Speisekarte und den attraktiven Preisen, dort zu Essen. War das lecker… Die Rückfahrt zum Schiff war allerdings recht feucht. Es hat wieder begonnen zu regnen…

17.03. Heute scheint wieder die Sonne. Am Morgen gehe ich in den Bootszubehörladen, diesmal mit Bootspapieren und Cruising Permit (Das ist quasi die Aufenthaltsbewilligung). Somit kriege ich die Sachen 40% günstiger. Maimiti ist schon aufgebrochen in eine neue Bucht. Wir kriegen Nachricht, dass es ziemlich voll sei. Wir entschliessen eine Nacht länger hier zu bleiben. Kurz vor dem Mittagessen fahren wir an den Strand um bei ScubaTech vorbei zu schauen. Eveline kommt ursprünglich aus der Schweiz und hat seit sechs Jahren eine Tauchschule. Anja, welche auch schon seit Bequia mit dem Tauchbrevet liebäugelt, braucht nur wenig Überzeugung um sich anzumelden. Wir müssen ja sowieso warten, also wieso nicht etwas sinnvolles aus der Zeit machen. Mittlerweile sind auch die Grenzen von Martinique und Trinidad komplett geschlossen. Den Nachmittag verbringen wir am Strand, wo Anaïs fleissig mit mir auf dem SUP hin und her paddelt. Auch Elija die Wasserratte kommt immer wieder aufs SUP und schwimmt wieder an Land.

18.03 Wir verlegen nach dem Morgenessen in die Bucht vor Hog Island zu Maimiti. Wir brauchen fast eine Stunde bis der Anker hält. Er hätte auch schon vorher gehalten, konnte sich aber nicht genug in den Lehm absetzen und grub sich deshalb nicht wirklich ein. Ich blieb zur Überwachung an Bord, respektive befreite den Wasserpass (Die Linie am Schiff an der Grenze zu Wasser-Luft) vom Algenbart, während Anja mit den Kids an Land ging. Wir liegen ruhig und es ist schön. Die Bucht ist belebt von Langzeitsegler und an Land ist es super gemütlich eingerichtet mit Bar, Hängematte und vielen Grills.

19.03 Anja fährt mit den Kidds wieder an den Strand und ich reinige den Kühlschrank. Der taute plötzlich ab und hinterliess im Grund eine Wasserlache. Darum musste alles raus, gereinigt und wieder einsortiert werden. Das geht am besten, wenn keine kleine Biester herumschwirren und alles versuchen wollen ;-P (Nein, ich rede nicht von Fliegen)… Gleichzeitig läuft der Motor etwas um die Batterie aufzuladen und der Wassermacher füllt unsere Tanks etwas…
Neben uns liegt ein Schweizer Schiff, die Besatzung sitzt auch hier fest… Anja lernt am Strand ganz viele von den Langzeitsegler kennen, welche sich freuen, dass mal wieder jemand neues ankommt.

20.03 Die Restriktionen werden immer strenger und wir informieren uns über die örtlichen Facebookseiten und das Cruiser-Net (Das ist die morgendliche, 0730 Uhr, Funkrunde) Heute feiern wir den Geburtstag von den Maimiti-Twins. Es gibt wieder Stockbrot am Lagerfeuer, Salate und zum Schluss Marshmallows am Strand. Als es dunkel ist, fahren wir zurück aufs Schiff.

Am nächsten Morgen, respektive kurz vor Mittag fährt Anja mit Felix einkaufen. Wir wollen bunkern, damit wir eine längere Zeit durchhalten könnten. Gestern spät wurde eine komplette Ausganssperre für Segler verhängt. Diese wurde zwar am Cruiser-Net entschärft. Eine 14 Tages Quarantäne mit dem Verbot an Land zu gehen, gilt nur für Neuankömmlinge. Nichts desto trotz, kann jederzeit eine solche verschärfte Lage eintreten. Am Nachmittag gehen wir wieder zusammen mit Maimiti an einen kleinen, etwas entfernteren Strand. Dort sind nur wir zwei Familien. Am grossen Strand direkt vor dem Ankerfeld sind mehrere Leute und auch junge Hunde. Vor diesen fürchten sich unsere Kinder und können nicht spielen. Auch wenn die Hunde super verspielt sind und eigentlich auch mitspielen möchten.

Am Sonntag, 22.03 fährt Anja am Morgen an den Strand. Ich mache mittlerweile etwas Ordnung und bereite eine Lasagne zu. Ich habe es diesmal sogar geschafft, die Lasagne sowohl lecker, wie auch ohne mich zu brennen oder anderweitig zu verletzen, zu zubereiten. :-D
Am Nachmittag bringe ich mit den Kindern den Müll weg und Anja bringt in dieser Zeit etwas die Vorratskammer geordnet. Danach schwimmen wir eine Runde ums Boot. Wir halten uns an die Richtlinien und gehen nicht an den Strand. Dort sind etwa 50 Einheimische und auch andere Segler und sitzen beieinander. Ich verstehe nicht, warum man sich nicht an der Nase nehmen kann und ein paar Tage oder auch Wochen vorsichtig ist und halt den Kontakt meidet. Das ist sicher weniger lästig als wenn wir dann zwei Wochen krank auf dem Schiff sind. Und wenn wir nicht krank werden, können wir die Krankheit auch nicht weiter verbreiten, was ebenso wichtig ist…
Zum Abendbrot essen wir leckere Wraps. Diese sind prall gefüllt mit Bohnen, Salat, Tomaten, Kresse- und Radieschen-Sprossen, Käse, feinen Mojo-Saucen (aus Teneriffa), Sauerrahm, Schinken, Röst- und normalen Zwiebeln. Also, nach einem Wrap bin ich ja satt.
Wir erfahren von immer mehr, ja fast allen Freunden die wir auf dieser Reise liebgewonnen haben, dass sie festsitzen. Einige haben es etwas besser und können sich freier bewegen, andere sind im Hafen «gefangen». Einige sind am Ort, wo wir eigentlich geplant hatten in ein paar Wochen zu sein, dafür sind wir dort, wo sie in ein paar Wochen zu sein hätten wollen. Plan A ist für niemanden mehr denkbar.
In Grenada ist der Flugplatz ab Morgen geschlossen – Fähren fahren, jetzt nach dem ersten Fall, nur noch ohne Passagiere, quasi als Versorgungsschiff für die anderen Inseln.

Der Montag vergeht ohne grössere Vorkommnisse. Anja geht am Nachmittag mit den Kindern an den Strand. Ich bleibe an Bord um evtl. die bestellte Ware abholen zu können.

Am Dienstag, 24.03. gehe ich auf die Suche nach einem gebrauchten Aussenborder. Wir haben erfahren, dass es hier mehrere Orte gibt, wo wir evtl. ein gutes Angebot erhalten würden. So mache ich mich am Morgen mit Anaïs auf den Weg und klappere mehrere kleine Geschäfte ab. Die Leute sind zum Teil sehr vorsichtig, so ist zum Beispiel in einem Raum, direkt nach der Türe ein kleines Tischlein abgestellt, dass man quasi im Türrahmen mit dem Personal sprechen kann. Anderenorts darf man nichts anfassen. Wiederum an einem anderen Ort, ist man super hilfsbereit und nimmt sofort das Telefon in die Hand und macht Anrufe. Danach werde ich zu einem Gebrauchtmarkt dirigiert. Richard ist erst gegen Mittag in seinem Laden, deshalb fahre ich mit Anaïs zurück. Kurz vor dem Essen fahre ich erneut los. Er hat leider nur einen zu kleinen und einen (eigentlich) zu grossen Motor. Ich fahre zurück zum Mittagessen und wir diskutieren die Möglichkeiten. Der Preis ist toll und wir entscheiden uns zu zu schlagen. Nach dem Mittagessen fahre ich erneut los. Richard fährt mich zur Bank, zu einem anderen Fachmarkt um einen neuen Tank zu kaufen, zur Tankstelle und den Tank zu füllen und zurück zu seinem Geschäft. Danach wird der Motor vorgeführt und der Kauf besiegelt. Zurück auf dem Schiff wird der Motor sofort gewechselt und natürlich sind die Kinder schon vor mir im Dinghi zur Probefahrt bereit. Das Dinghi zischt jetzt ab wie eine Rakete. Ohne Mühe kommen wir ins Gleiten und sind so viel schneller und ruhiger unterwegs.

25.03. Während Anja mit den Kidds am Strand ist, fahre ich zum Farmers Market in der Nebenbucht. Ich kaufe frische Eier, Salat und Früchte. Danach fahren wir zum Strand. Ein Einheimischer, Patrick, kommt mit seinem kleinen Sohn auch zum «Lunch». Social Distancing ist kein Problem, denn Tische gibt es genug. Nur bei der Ansprache vom Minister, bei welcher er den Lockdown verhängt, setzte ich mich näher zu Patrick. Die Stimmung ist entspannt und sehr freundlich, aber halt mit Abstand.

Es pendelt sich langsam ein Alltag ein, am Morgen geht ein Erwachsener mit den Kinder an den Strand, während der Andere sich um etwas auf dem Schiff kümmert. Am 26.03 haben wir die Segelkammer aufgeräumt und alle Fender (Das sind die Stossdämpferballons welche man im Hafen zwischen die Schiffe hängt) versorgt. Alles was man nicht mehr braucht wird weggeräumt und auch die Taue werden wenn möglich in den Schatten weggepackt. Am Abend kommt noch Stimmung auf, die Polizei räumt mit der Coast Guard die Bar am Strand und führt den Barbesitzer in Handschellen ab.

Am 27.03 haben wir vom Take Away Service eines Restaurants profitiert und Fish and Chips zum Mittagessen gegessen. Am Nachmittag fuhren wir mit dem Dinghi einmal um die Hog Island. Und schon ist wieder ein Tag dahin…

Das Wochenende vom 28/29.03 war gemütlich und relativ unspektakulär. Wir besuchten mehrere Boote, wobei wir immer im Dinghi blieben (Social Distancing) und fuhren einmal um die Hog Island herum. Am Sonntag fahren wir auf die Ostseite der Insel und wandern etwas umher. An einem Ort, wo einmal eine Bar war, essen wir das Zvieri. Es gibt Tiramisu mit frischen Orangen… Der Ort war nett, aber voller Abfall, Scherben und Kuhfladen. Ja, richtig. Auf Hog Island leben sechs Kühe und zwei Kalber. Diese wandern immer dem Schatten nach und streunen so durch die Bars. Nur ein Bier wollte mir noch keine geben…

Sonntagabend kommt der Knaller. Wir haben es schon kommen sehen. Shut down für 7 Tage, ab Montagabend 1900 Uhr. Wie auch in anderen Ländern die extremen Einschränkungen der Ausgangssperre. Für uns heisst es eine Woche (mindestens) die Kinder auf knapp 30 m2 zu Unterhalten und irgendwie deren Bewegungsdrang zu stillen. Es wird eine anspruchsvolle Woche für uns… Wir sind gespannt was noch auf uns zu kommt und ob die Lebensmittelversorgung weiterhin gewährleistet ist, sowie auch der Zugang zu Wasser und Gas. Für uns in erster Linie ist das Gas wichtig, wir haben vor 1,5 Wochen eine neue grosse Gasflasche bestellt, mal schauen wie lange unser Gas noch reicht… Es ist schon etwas anderes, sowas in einem fremden Land zu erleben als im Heimatland! Es ist sicher auch Zuhause nicht leicht für euch, für uns ist es definitiv eine grosse Herausforderung und etwas Angst ist auch dabei. Zum Glück ist es bei uns warm und wir können wenigstens ums Schiff baden.

Entsprechend folgte am Montag noch eine letzte Einkaufstour zusammen mit Felix. Der Farmersmarket war sowieso geplant gewesen. Es gibt einen riesen Ansturm. Ich kriege gerade noch 6 Bananen. Der Rest ist weg… Wir laufen 35 Minuten bis zur Bank und zu einem Cash and Carry. Wir füllen unseren Bollerwagen, den wir aus der untersten Ecke der (erst gerade aufgeräumten) Segelkammer herausholten. Beim Kaufhaus angekommen stellen wir uns hinten in die Schlange und warten unter der brennenden Sonne (im Moment super hoher UV Wert) und warten. Und warten. Und gehen ein Meter weiter… Nach etwa 2 Stunden anstehen sind auch wir drann. Wir bunkern noch mal die allerwichtigsten Lebensmittel. Bier ;-D, Mich, Mehl, Nudeln, Kartoffeln, Fleisch und Eier.
Nach dem Einkauf haben wir noch nicht mal die Strasse überquert, als uns ein Bus fragt wohin des Weges. Wir zögern nicht als er uns den sehr hohen Preis von 20 XCD für beide nennt (Sarkasmus fertig). Das sind umgerechnet 3.30.- für zirka 6 Minuten Fahrt. Aber es wäre einen sehr steilen Hügel hinauf gegangen und da war uns diese Erleichterung sehr willkommen. Aufgrund der Einschränkungen dürfen die Busfahrer auch nur 1 Passagier pro Reihe mitnehmen. Normalerweise sind 17 Passagiere in ein Bus gequetscht.
Als wir dann zurück sind, paddeln und schwimmen wir alle noch mal ausgiebig an den Strand. Beim Zurückfahren, holen wir das Dinghi von unseren Schweizer Nachbaren ab, die haben ihr altes grosses Hartbodendinghi für eine Flasche Wein angeboten. Das Boot braucht etwas Liebe und muss hier und da frisch geklebt werden. Aber mir steht ja eine Woche mit viel Zeit bevor. Danach hätten wir dann ein grosses schnelles (aber auch schweres) Dinghi.

Erster Tag des Shutdowns. Wir sind am Morgen baden gegangen, haben das Dinghi am Hahnepot (Das ist eine Vorrichtung aus drei Leinen an denen das Dinghi horizontal mithilfe einer Leine vom Mast angehoben werden kann) aus dem Wasser gezogen. Nun «fliegt» es neben dem Schiff. Wir haben auch das neue Dinghi vom Bewuchs befreit und die zu klebenden Stellen schon mal vorgereinigt. Jetzt darf das Dinghi noch sonnen und trocknen, bevor wir uns an die Leimerei machen.

In diesen Zeiten der Unsicherheit und Bedrohung wünschen wir euch Allen beste Gesundheit, Geduld und denkt daran, die Sonne scheint für Alle.

Wie gewohnt könnt Ihr unsere (statische) Position auf Noforeigenland nachschauen.