Mai 2020

(Anja)

1 Mai, Tag der Arbeit. Für uns heisst es einen weiteren Tag an Bord ohne Landgang. Wir Basteln und spielen… und hoffen, dass bald Abend ist. Elija ist schon kurz nach 5 Uhr wach.

2. Mai. Heute freuen wir uns, uns etwas zu bewegen. Es geht in die Nachbarsbucht in einen kleinen Laden zum Einkaufen. Linsen und Orangensaft dazu Mehl. Auf dem Rückweg kaufen wir bei einem Gemüsestand noch 2 Mangos und Bananen. Alle sind super entspannt und freundlich. Die Früchteverkäufer rufen uns zu, dass wir doch etwas kaufen sollen. Und wir kommen an einem weiteren, ganz kleinen Laden vorbei, wo ich reinschaue und nochmals Mehl kaufe, für Anaïs gibt es eine kleine Tüte Chips (Käse Chips). Mehl können wir immer brauchen, ich backe fast jeden Tag Brot. Somit wird locker 2.5-3kg Mehl in der Woche verbacken. In den grossen Supermärkten kann man nur noch 3 Pack Mehl aufs mal kaufen. Da müssen wir auf unserem Mehlstock gut aufpassen. Auf der Rückfahrt mit dem Dingi, halten wir in der Clarke's Court Marina an und gönnen uns etwas zu Trinken. Für uns gibt es ein leckeres Carib Bier und die Kinder bekommen einen hauseigenen Eistee. Der ist super lecker. Man kann den Tee mit Muskatsirup so süssen, wie man es gerne mag. Nachmittags geht Beni mit den Kindern zur Maimiti, schauen ob alles in Ordnung ist und mal kurz an Land zum laufen. Ich nutze die Zeit und Putze wieder mal etwas durch.

Sonntag 3 Mai. Auch heute wäre die Möglichkeit sich zu bewegen, aber irgendwie macht es uns nicht an. Wir haben genug Beschäftigung an Bord. Irgendwie haben wir uns an den langsamen Rhythmus gewöhnt. Aber dass wir doch noch etwas frische Luft um die Nase bekommen (nebst dem Wind, der uns täglich ums Schiff bläst, wir haben ja 24/24h immer Fenster offen) fahren wir nochmals zur Maimiti um die Taue in den Mangroven zu kontrollieren. Auf dem Rückweg fahren wir etwas den Mangroven nach und staunen ab einigen Schiff Wracks. Es hat ein paar, die schon längers in den Bäumen hängen und langsam etwas tiefer liegen. Es ist ein trauriger Anblick und da frag ich mich schon, was mit den Besitzern passiert ist.

Montag wir freuen uns für auf den Markt in der Secret Harbour Marina. Besonders hoffen wir wieder frischen Mangosaft zu bekommen. Die Auswahl ist wieder toll am Markt. Wir bekommen eine kleine Ananas, Weisskohl, Mangold und Saft. Dazu frisches Jogurt und Sternapfel (ist eine Violette Frucht. Die Schale kann man nicht essen das weisse Fruchtfleisch ist sehr lecker und schmeckt fast wie Litschi). Beni holt sich beim Fleischmarktstand noch ein schönes Kotelett und schon haben wir mit Fleisch und Mangold ein herrliches Mittagessen und Gnocchi zusammen. Es ist auch immer interessant, an den kleinen Markt zu gehen. Nun kennt man einige Leute, freut sich die jede Woche wieder zu sehen und man kommt langsam auch ins Gespräch. Auch trotz den Masken. Nebenbei wird mein Englisch immer etwas besser. Auf dem Heimweg schauen wir noch bei SY Willow vorbei und reden etwas. Wir freuen uns alle schon darauf, an Land wieder zusammen zu sitzen und etwas zu trinken… und auch sich näher kennen zu lernen.

Wieder ein Boots Tag mit Spielen, Basteln und einigen Streits zu schlichten, Kochen, und wieder Streit schlichten, … Ja ich bin manchmal sehr froh wenn Abend ist. Neben bei wird abgeklärt, was wir Neues brauchen und wo es zu vernünftigen Preisen erhältlich ist. Somit wird dies per WhatsApp bei John, Fast Manicou, bestellt. Wir sind gespannt ob unsere Milch und der Windelnachschub am Freitag geliefert wird. Ganz zuverlässig sind die Leute hier nicht immer… oder besser gesagt, es braucht alles immer etwas mehr Zeit… daher muss immer frühzeitig an das Nachbestellen gedacht werden… (noch 10 Tage Windeln und Milch).

Mittwoch. Heute ist der Jennys Farmers Markt in der Clark's Court Marina. Heritage Farm und Fast Manicou sind auch da. Wir freuen uns über den Landgang. Wir nehmen heute auch den Laptop mit, denn in der Bar haben sie sehr gutes Internet. Wir freuen uns, unsere Fotobücher, die wir für die Eltern zusammengestellt haben, hier online zubekommen und ihnen dies als Muttertags-Geschenk zusenden zu können. Leider wird es den Muttertag gerade nicht mehr treffen aber immerhin nur ein paar Tage verspätet und das ist auf die Distanz und die eingeschränkten mobile Daten schon nicht schlecht. Natürlich wird auch Gemüse und frischer Saft gekauft. Wir freuen uns über ein Bier in unserem Office, bevor es dann wieder zurück an Bord geht fürs Mittagessen.

Hier in Grenada ist es Gesetz, dass sobald man andere Menschen trifft und an Land geht, Masken trägt. Viele ziehen sie schon auf dem Dingi an, Autofahrer haben sie auch allein im Auto an und Motoradfahrer tragen Maske und den Helm nur so oben auf dem Kopf. Kinder tragen zum Teil auch Masken. AnaÏs trägt sie manchmal auch, ich zwinge sie aber nicht. Wir tragen die Masken an Land immer, ausser wenn wir unter uns sind. Angenehm ist es nicht, ich habe Mühe die Leute zu verstehen und es bring Distanz ins Gespräch, jeder ist vorsichtig. Wir Segler freuen uns eigentlich immer über neue Bekannte. Trinken schnell mal eins zusammen, gehen andere besuchen und da man nicht weiss wer und wann man wiedersieht, gehört eine Umarmung schnell mal zur Begrüssung und vor allem zum Abschied… das ist jetzt alles verloren gegangen. Jeder lebt allein auf seinem Boot, keine Besuche, keine gemütlichen Abende mit neuen Bekannten. Keine spannenden Geschichten à la von wo kommst du, wohin geht es. Vieles worauf wir uns auf unsere Reise gefreut haben und es auch in den letzten Monaten gefunden haben, ist nun wieder weg. Die Welt wird steril!!

Freitags freuen wir uns, dass wir endlich unsere bestellte Milch bei John abholen können. Leider wird aus dem Familienausflug nichts, denn Anaïs und ich bleiben an Bord. AnaÏs hat ihr Landgang mit Theater verspielt. So gehen die Jungs los die Milch abholen und noch Reparaturleim für unser Dinghi zu kaufen. Eine von uns geklebte Stelle hält nicht und damit kommt das Boot nicht mehr ins Gleiten. Warscheinlich war unser Leim zu alt. Wir Mädels mahlen zusammen Bilder für kommende Geburtstagskinder und ich mache an meinem Blog weiter. Nach dem Mittag geht es mit einer Tasche voll Picknick auf die kleine Insel. Wir springen alle etwas rum bevor es was Leckeres zum Picknick gibt. Und ich lasse die Kinder danach mal wieder am Strand spielen und die Kinder geniessen ein kurzes Plantschen im Wasser. (Strandbesuche sind noch nicht erlaubt, aber es war sonst niemand da) Danach machen wir noch bei der Maimiti eine Kontrollrunde.

Wieder ein Wochenende an Bord. Ja was macht man da so…. Beni repariert das Dinghi, wir Basteln, mahlen, spielen Duplo, hören Kinder Geschichten, schlichten Streit und essen lecker. Neben bei wird am Blog gearbeitet. Die Jahresstatistik mache ich fertig und mein Spezial Blog über die veränderten Essgewohnheiten und die neuen Lebensmittel wird fertig… bis auf ein Foto, dafür muss ich nochmals los, um das zu bekommen. Am Sonntagnachmittag gibt es eine neue Presse Mitteilung, in der wir erfahren, wie wir in der kommenden Woche an Land dürfen und wann unsere Einkaufstage sind… Wir sind sehr darauf gespannt. Denn die letzte Ansteckung war vor 14 Tage und wir hatten bisher 21 Erkrankte in Grenada. Juhu es gibt Lockerungen. Man kann wieder jeden Tag Einkaufen gehen. Der Farmers Markt ist weiterhin 2x die Woche. Es heisst nichts davon, dass der Strand verboten sei. Aber das Cruisingnet meldet, dass Strandbesuche weiterhin untersagt sind. Wir sind mit der Mayag (einer Segelorganisation) am Abklären ob das wirklich so sei. Denn langsam müssen wir wieder etwas Bewegung für die Kinder bekommen und das ist auf den heissen Strassen nicht wirklich möglich… die Grenzöffnungen sind ab Juni zu erwarten.

Montag wir freuen uns über den Marktbesuch und unser frisch gekauftes Mango Mousse. Auch Wäsche wird im Waschsalon wieder abgegeben. Zum Frühstück gab es Jogurt Waffeln mit Mango Mousse. Da ich kein Waffeleisen an Bord habe, werden ganz einfach löffelgrosse Portionen in der Bratpfanne gebraten… einfach nur lecker und gesund.

Rezept ; 1 Portion

100gr Quark oder Joghurt, 2 Eier, 30gr Mehl, 20gr Proteinpulver (Mehl oder Protein Shake Pulver) etwas Vanillezucker, etwas Backpulver, Zucker nach Gutdünken (je weniger umso gesunder). Alles gut vermengen und Portionsweise im Waffeleisen ausbacken. Oder ich habe Kaffeelöffel-portionen in der Bratpanne ausgebacken. Das ganze mit Erdbeeren aus dem Garten dekorieren, oder mit Apfelmuss oder so wie wir mit Mango Mousse geniessen. Gesund und lecker.

Dienstag 12 Mai 2020. Wir dürfen nach 33 Tagen Ausgangssperre und weiteren 7 Tagen Einschränkungen, nach Total 40 Tagen, endlich zusammen mit den Kindern, wieder in unseren Garten, den Strand. Zwar nur morgens von 5 bis 11 Uhr, aber immerhin. Die 1.5std heute sind dann auch schnell rum. Wir haben die Zeit gut genutzt zum Sandburg bauen und schwimmen. Nachmittags geht Beni zu Fuss einkaufen und bringt einiges mit. Das letzte Stück auf dem Rückweg, über den Hügel, kann er abenteuerlich auf einem Roller mitreiten.

Als erstes wird heute Morgen von Beni und Elija, die gewaschene Wäsche abgeholt. Die Fahrt war aber nicht ganz so angenehm. Durch den vielen Wind hat es auch viele Wellen. Dann geht’s mit der ganzen Familie zum Markt. Wir brauchen frischen Saft und Gemüse. Jenny hatte heute eine halbe Bananenstaude dabei, die sie dann erst vor Ort abgetrennt hat. John bring die Windeln für Elija.

Donnerstag auf geht es zum Strand. Wir geniessen die kleine Freiheit, die wir wiederhaben. Die Kinder müssen sich zwar wieder an so viele neue Eindrücken Gewöhnen, aber es tut uns allen gut. Wir versuchen es auch langsam angehen zu lassen damit wir dann am Nachmittag und Abend nicht überreizte Kinder haben. Was ganz toll ist, wir treffen andere Kinder und natürlich auch deren Eltern. Ich werde auch für die kommende Woche zu diversen morgendlichen Fitnesssessions eingeladen, Hula hup Workout und Aqua Training. Wir freuen uns auf die Zeit, immer mehr Leute zu treffen und kennen zu lernen. Das zusammen spielen der Kinder muss zwar noch kommen (Anaïs ist sehr scheu) aber wir haben ja noch ein paar Monate vor uns. Nachmittags besuchen wir die Maimiti und machen einige Heimweh-Videos für sie.

Freitag. Ich freue mich mit einem befreundeten Paar einkaufen zu gehen. Beni bringt mich mit in die Whisper Cove Marina, wo unser klimatisiertes Taxi wartet und uns zum gewünschten Ort fährt. Wir kaufen gut und viel ein, so dass wir wieder einiges haben. Da es ein anderer Supermarkt ist, als ich sonst einkaufen gehe, haben sie auch eine andere Auswahl und ich kaufe gerade einiges an Biskuit ein. Die Fleischauswahl ist dafür eher schlecht. Beni und die Kinder geniessen währenddessen den Strand und lernen andere Kinder und Bootsbesitzer kennen. Man freut sich das es wieder soziale Kontakte gibt. Nachmittags gehen wir einen Bekannten begrüssen, der sich, jetzt wo Segler sich wieder etwas freier bewegen können von der Prickly Bay in unsere Bucht verlegt hat. Dann gibt’s noch einen kurzen Abstecher in die Clarke's Court Marina. Wir wollen noch ins Internet und geniessen etwas zu trinken. Am Abend werden noch alle Blog Beiträge überarbeiten, das Video fertig geschnitten und das letzte fehlende Foto im Spezial Blog eingefügt.

Teil 2: (Beni) Samstag, 16. März: Anja setzt ihr Mojo-Rezept in die Tat um. Das Resultat war super, leider überlebten die beiden Saucengläser nicht lange. Tags darauf gingen wir morgens an den Strand. Dort kam seit langem wieder Leben auf. Ein paar machten ihr Frühstück auf dem Grill. Die Kinder spielten zusammen mit anderen Kindern und wir lernten die Erwachsenen, John und Katja von der SY NoAnkka etwas besser kennen. John ging mit Marc in die Marina und holte mehrere Gallonen Wasser um die Kühe zu tränken. Es waren auch ein mächtiger Stier dabei. Sehr eindrücklich diese Muskelprotze… Am Nachmittag malte sich Elija in einem unbeobachteten Moment mit Filzstiften von oben bis unten an. Ein wahrer Picasso. Anaïs las uns am Abend die Geschichte vom grauen Entlein, oder wie sie es nennt "e Schwan so wiis wie Schnee" vor. Zum Abendessen gab es einen gesunden Tomatensalat mit frischem Basilikum.

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Am Montag geht Anja allein an den Markt. Ich bleibe mit den Kindern am Strand und baue eine Burg und einen Vulkan. Als ich früher zum Boot zurückpaddle und Anja noch mit den Kindern am Strand verweilt, giesst Anaïs Wasser in den Vulkan, das Lava da brach er in sich zusammen.

Am Dienstag gehen wir wieder an den Strand. Anja versucht sich im Hula Hupp Workout und hat dabei Spass. Anaïs spielt mit dem SUP, nachdem ich es von den angewachsenen Algen befreit habe. Tom, einer der Cruisernet-controller, ist auch am Strand. Ich erfahre wieder viel Interessantes über die Gegend und über die Gebräuche. Er organisierte vor dem Lockdown jeden Freitag Musikabende. Er bot sich sofort an, mir beim Gitarren lernen zu helfen. Jedoch ist dies im Moment immer noch schwierig. Am Nachmittag fahren wir in die Clarke's Court Marina und essen dort Popcorn und trinken ein kühles Bier. Es hiess, dass eine Tropische Welle über uns hinwegfegen würde, wir bereiteten das Schiff für Starkwind vor. Aber es blieb wunderschön.

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Am Mittwoch 20.05 fährt Anja mit Elija an den Markt. Es herrscht strahlend blauer Himmel. Wir bauen den Vulkan und die Burg wieder auf. Anaïs ist ganz enttäuscht, da das eine Mädchen lieber mit den englischsprechenden Jungs spielt, die sie schon länger kennt. Am Nachmittag zieht es plötzlich zu und der Wind dreht ordentlich auf. Wir beobachten alles, aber bei uns und auch bei den anderen scheint alles zu halten. Es kommt auch ordentlich Regen. Die Natur wird es danken. Nach einer guten Stunde hat sich das Wetter wieder beruhigt.

Am Donnerstag fahre ich mit Elija zur Tankstation in der Sekret Marina und wir tanken unsere Benzintanks fürs Beiboot wieder auf. Die Wolken hängen tief und bedrohlich. Zurück beim Schiff, fahren wir trotzdem zum Strand, nach diesen 40 Tagen Einschränkungen, lassen wir uns nicht vom Nass abhalten. Anja macht wieder beim Hula Hupp Workout mit, auch wenn's regnet. Der Regen hält nur kurz an und Anaïs und ich, zusammen mit der Hilfe von Elija machen an unserer Sandburg und am Vulkan weiter. Der hat den Regen und die Kühe überlebt. Mal schauen bis zu welcher Grösse der noch anwächst. Ich paddle frühzeitig zurück aufs Schiff, um den Motor noch etwas drehen zu lassen. Die Batterien sollten wiedermal voll werden. Und gleichzeitig bringe ich unsere Kostenbuchhaltung wieder up to date. Am Nachmittag fahren wir wieder in die andere Bucht zum Schiffszubehörladen. Dort kaufe ich zwei neue Zündkerzen. Etwa eine halbe Stunde später und ein sehr interessantes Gespräch mit dem Geschäftsführer über die Ankermöglichkeiten reicher, fahren wir wieder zurück. Und schon ist wieder ein Tag rum. Jetzt wo wir wieder raus dürfen, vergehen die Tage wieder wie im Flug.

Freitag der 22.05, wir geniessen am Morgen den Strand wie jeden Tag, am Nachmittag fahren wir an eine ganz kleine Landungsstelle in unserer Bucht, genannt Cuba Beach. Dort liegen zwei verrostete Wracks, anscheinend sollen das Kubanische Schiffe gewesen sein. Wir gehen den Weg auf dem Festland entlang über die Brücke nach Hog Island und etwas den Hügel hinauf. Nachdem wir ausgiebig geschwitzt haben, kehren wir um und fahren zurück. Dort gibt es Popcorn. Unsere aktuellen Gedanken sind bei der Hurrikan-Gefahr. Wie und wo wollen wir uns hinpflanzen, jetzt wo noch nicht so viele Schiffe da sind. Gemäss den Buschtrommeln sollen 700 Schiffe im Anmarsch sein… Rund die Hälfte soll ausgewassert werden. Im Moment sind wir vor Anker und wissen noch nicht, ob wir so bleiben sollen oder ob wir doch eher zu den Mangroven mit Heckleinen fix ein parkieren sollen. Es hat alles seine Vor- und Nachteile. Bei den Mangroven ist es weniger Tief und man bewegt nicht mehr durch die mehrfache Fixirung nach vorne und hinten (2 Anker vorne und zwei bis vier Heckleinen in die Mangroven). Dafür hat es weniger Wind. Weiter ist zu beachten, dass es über den Sommer noch weniger Wind geben werde und noch etwas wärmer und feuchter. Dazu soll es noch Mücken und Käfer geben, sobald die Mango-Saison anbricht. Da wäre einen gesunden Abstand von mehr als nur 10m zum Land sicher keine schlechte Idee. Dafür haben wir an unserem aktuellen Ankerplatz mehr Wellen und Winddreher müssen mit der Bewegung der anderen Schiffe übereinstimmen. Wir haben momentan nur 50 Meter Ankerkette, hätten gerne mindestens 60 Meter, aber andere Schiffe sind an Bojen und demnach viel den kleineren Bewegungskreis.

Am Samstag starten wir für zum Strand, wir hatten mit einem anderen Boot ein gemeinsames Frühstück ausgemacht. Jedoch verschliefen die. Wir genossen die Zeit am Strand dennoch mit unserem Frühstück. Nach und nach kamen immer mehr Familien mit den Kindern. Am Schluss waren wir 4 Familien mit insgesamt 7 Kinder. Am Nachmittag fahren wir in die Marina. Anja braucht Betonboden um die Ösen in die Sonnenschutz-plane hauen zu können. Als Belohnung für die Hitze, gibt es ein kühles Hopfengetränk für die Eltern und Eistee für die Kidds…

Sonntagmorgen, wieder Strand, ach wie langweilig… :-) Am Samstagnachmittag haben, vermutlich die Einheimischen, welche sich nicht an die Regeln halten unseren schönen Sandvulkan zerstört. Nach den Kinderfussabdrücken war dies kein Versehen. Wir bauen den Vulkan wieder auf, jedoch sehe ich schon am Nachmittag vom Boot her, dass dieser nicht mehr steht. Dafür spielen wieder einheimische Kinder am gesperrten Strand. Die Gesetze sind auch hier nicht für jedermann gleich… Der Nachmittag ist eher zäh. Es ist 32° C warm und um die 70% Luftfeuchtigkeit. image006jpg

Am Montag 25.5.2020 steht wieder Strand und Markt auf dem Programm. Zudem versuche ich ein Taxibus zu organisieren, welcher die Crew der SY Go und mich in den Hafen bringt damit wir die Visa und Cruising Permit erneuern können. Das ist quasi die Aufenthaltsgenehmigung und die Fahrerlaubnis der Gewässer Grenadas. Die Preise sind bei einem Fahrer Haarsträubend und der andere liest nicht einmal die Nachricht. Am Abend hören wir im Radio, dass die Busse nächstens wieder fahren dürfen.

Am Dienstag steht am Morgen für die Kinder und Mich Strand auf dem Programm. Anja darf mit Katja von der SY NoAnkka, mit dem Pw in die Stadt zu Shoppen. Sie kommt nach dem Mittagessen sehr bepackt zurück. Ich habe derweil für die Kinder gekocht. Naja, Elija mag kein Couscous. Mal etwas gefunden, was er nicht mag. Anmerkung; in die Supermärkte dürfen keine Kinder so haben Katja und Anja abwechslungsweise eingekauft und jeweils mit Jaden vor der Türe gewartet. Nach dem Einkauf gab es für alle ein leckeres Eis.

Tags darauf, mittlerweile der 27.05 fahren wir kurz an den Strand und danach in die Clarkes Court Marina an den Markt. Dort treffen wir wieder bekannte Gesichter und wir können diese etwas besser kennen lernen. Langsam, aber sicher erwacht die Gemeinschaft zum Leben. Wir dürfen auch von selbstgemachtem Tee probieren, welcher mit verschiedenen Früchten verfeinert ist. Auch die Bäckerei kommt wieder an den Markt und die haben grossartige Delikatessen, natürlich wurde Croissant mit Grenada Schoggi gekostet und die hier berühmten Cinemon-rolls. Es war ein richtig genüsslicher Ausflug und wir haben diese Abwechslung sehr genossen. Die großartigen Neuigkeiten des Tages: die Busse dürfen wieder mit bis 12 Personen fahren. Das sind drei pro Reihe anstatt bisher nur eine pro Sitzreihe. (12P im Bus sind OK, aber das Besuchen auf anderen Schiffen oder der Strand am Nachmittag ist immer noch verboten) Ich versuche mein Glück am Freitag um die Permits zu erneuern. Dies wird auch eine ordentliche Stange Geld kosten. Shawn, ein Einheimischer fährt wieder zwei Mal pro Woche mit seinem Schlauchboot durchs Ankerfeld und verkauft Früchte. Er ist nicht wie die Boatboys in den nördlichen Inselstaaten. Der grosse Unterschied? Er hat sehr faire Preise und auf Hog Island auch einen Fruchtstand. Wir haben bei ihm frische Mangos, Bananen und eine halbe (riesige) Wassermelone. Hmmmmmm. Lecker. Heute backte Anja Kuchen als Dank für Katjas Taxidienste. Auch unseren direkten Nachbaren der SY Re-Metau habe wir noch ein Stück vorbeigebracht, für gute Nachbarschaft. Diana hat sich riesig darüber gefreut.

Heute gings wieder an den Strand. Ich nahm heute auch meine Gitarre mit. Tom von der SY Madonna kam später vorbei und zeigte mir ein paar Griffe, die ich von Anfang an eintrainieren solle. Anja fuhr zwischenzeitlich in die Sekret Harbour Marina um dort Schnittlauch- und Basilikumpflanzen und auch einen grossen Bund Basilikum von einer "Landlubberin" (das sind Segler, die mittlerweile an Land leben) zu kaufen. Wir sind gespannt ob wir die Pflanzen am Leben halten können. Es schmeckt ja schon mal angenehm Frisch im Schiff. Aber Anja hatte nicht nur Glück bei dieser kurzen Fahrt. Es hatte ordentlich Wind und um in die andere Bucht fährt man zwischen den Felsen der Insel und einem Riff entlang. In diesem Moment als Anja am Scheitelpunkt war und wieder in die sichere Bucht steuerte, streikte der Aussenborder. Sie versuchte vergeblich den Motor zu überzeugen seine Arbeit wieder aufzunehmen. Der Motor war immer nur kurz gewillt etwas zu arbeiten, um doch noch etwas mehr in die Bucht zu kommen, aber weit vor dem Ziel wollte er einfach nicht mehr. Dabei drückten Wind und Welle Anja gegen das Riff und die Felsen. Zum Glück fuhren Wale und Sigi, zwei von unseren neuen Freunden hier in der Bucht, auch denselben Weg. Anja winkte und sie winkten zurück. Beide sind sehr erfahren und haben sicher schon von weitem gesehen, dass Anja Probleme hat. Wale, ein waschechter Bärner, meinte cool. "Hey, was machsch de du hie?". Sie nahmen Anja ins Schlepptau bis zum Steg. Dort traf sich Anja mit Diana, bei welcher sie die Gewürzpflanzen kaufte und wartete danach bis die beiden Freunde von ihrem Einkaufstripp zurückkamen. Die Zeit und Ruhe hat Anja gut genutzt und einige Telefonate erledigt. Es ist schon toll einfach in die Schweiz anzurufen zu können (7410km Luftlinie), über Whatsapp-call und mit kaum Datenverbrauch mit Freunden und Familie wieder mal ausgiebig telefonieren zu können. Wir sind sehr glücklich zurzeit 2 Daten Abos zu haben und uns mit Zuhause austauschen zu können. Auch um uns über die hiesige Corona Situation und die ganzen Grenzöffnungen auf dem Laufenden halten zu können. Mich brachte Katja von der SY NoAnkka mit ihrem Sohn Jaden und Marc, einer ihrer Nachbarn, nach der Sperrstunde des Strands, also um 1100 Uhr, zurück auf unser Schiff. Als Dank lud ich sie an Bord ein und wir tranken ein Bier zusammen. Anja wurde zurückgeschleppt und setzte sich auch dazu und so wurde ausgiebig (bis um 1330 Uhr) gequatscht. Ach, wie wir das genossen und vermisst haben. Danach zauberte Anja schnell schnell Omelette auf den Teller. Nach dem Essen handelte ich mit dem Aussenborder neue Arbeitsbedingungen aus, damit er aus dem Streik zurücktritt. Er erhielt die liebevolle Zuwendung einer Vergaserreinigung (Ein Sandkorn nutzte die Düse als Hängematte) und danach surrte er wieder wie ein Kätzchen. Ich muss anmerken, dass dieser Motor bedeutend einfacher aufgebaut ist als der kleine 3 PS Motor. Ich konnte den Vergaser ganz leicht ausbauen und musste nicht zuerst die halbe Motorverschalung runterbasteln… Danke Bänz für den Workshop in Martinique, ich habe dabei viel gelernt. Anja verarbeitet ihre frischen Kräuter zu einer neuen Mojo-Sauce (die alte hielt nicht lange an) und bringt ein kleinen Glas mit den Kindern bei NoAnnka vorbei. Nach einer Schiffsführung kehren sie wieder zurück.

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Nach dem Frühstück brachte mich Anja mit den Kids an Land wo ich den Bus in Richtung Stadt nahm. Kaum an der Kreuzung angekommen sagt einer zu mir:"No Bus, just Taxi are running". Ich wusste, dass dies nicht stimmt und wartete auch nur kurz, bis der Bus auch schon kam. Ich stieg an der geplanten Tankstelle aus und machte mich auf den Weg zum Zoll. Dort wurde für 400XCD das "Cruising Permit", die Fahrerlaubnis bis zum 24. Dezember verlängert. Weiter ging es ca. 1km zurück zur Einwanderungsbehörde. Dort verlängerte ich unsere Aufenthaltserlaubnis. Nach dem Ausfüllen von 4 Formularen, wartete ich ca. 20 Minuten bis einer kam, um zu fragen wie lange ich verlängern wolle. Ich schaute in mein Portemonnaie und da die Bankomaten "nur" 1000Xcd pro Tag ausspucken, konnte ich auch die Erlaubnis auch nur für 4 Monate verlängern. Mehr Cash hatte ich nicht bei mir. Da ging er fort und ich wartete wieder 20 Minuten. Danach rief mich wieder einer zu mir und fragte wie lange ich nun verlängern wollte. Meine Antwort war vier Monate. Danach wartete ich etwa 10 Minuten und der gleiche Beamte kam mit vier grünen Zetteln zurück an den Schalter. Diese brachte ich ein Stockwerk nach unten, zum Schalter wo bezahlt wird. Trotz den Piktogrammen der Mastercard, nehmen sie nur Cash. Der Raum mit vielen Stapeln Papier, sah mir eher wie ein Vorratslager oder Depot aus. Ich gab die vier Zettel ab und sie druckte pro Zettel eine Quittung aus und klammerte diese sehr exakt zusammen. Danach war ich 1200Xcd ärmer. Insgesamt musste ich heute CHF 625.- liegen lassen, damit wir hierbleiben dürfen. Ich finde die Beträge sehr hoch, wenn man bedenkt, dass mit diesem Betrag die Behörden und Regierung finanziert wird, und nicht die Bevölkerung, welche ein geringeres durchschnittliches Monatseinkommen hat als dieser Betrag. Danach ging ich Salat und Speck für die geplanten Burger heute Abend einkaufen. Eine Kokosnuss lachte mich auch an und diese brachte die Verkäuferin und mich zum Lachen. Sie vertippte sich und wollte 250 Xcd für diese Nuss. Der Supervisor musste die Annullierung absegnen und ich durfte die Kokosnuss schliesslich für 2,50 mitnehmen. Danach lief ich in einen Bootszubehörladen und kaufte dort noch Foils für den Aussenborder. Ich erhoffe mir, dass wir damit schneller ins Gleiten kommen, respektive mit weniger Geschwindigkeit gleiten können und es soll auch viel Sprit einsparen. Die Foils werden morgen am Strand montiert. Als ich alles Geplante erledigt hatte, machte ich mich auf zur Bushaltestelle. Mehrere Busse fuhren an uns vorbei, da diese ja nur 10 Fahrgäste neben dem Busfahrer und dem Türöffner mitnehmen können. Als einer anhielt und zwei andere und mich zu sich pfiff, bestätigte er mir, an meine geplante Haltestelle zu fahren. Nach kurzem sprach mich ein anderer Fahrgast an und meinte, ich müsse bald aussteigen, denn der Bus fahre an eine andere Destination. Es gibt zwei N°2 Busse. Einer fährt nach Woburn, wo ich hinwollte und der andere nach Grenville. Da wollte ich definitiv nicht hin. Also stieg ich aus und marschierte 2,5km. Zuerst ging es steil den Hügel rauf, bevor es wieder nach unten ging. Ich war doch etwas ausser Puste, als ich wieder auf dem Schiff war. Dort trank ich mal den Tee, den ich auf diesen Ausflug mitnehmen wollte… Anja hat heute wieder frischen Kuchen gebacken für die helfenden "Jungs" die sie mit ihrem Dinghi pannenbedingt abgeschleppt haben. Und da der Kuchen wieder so gross wurde, haben wir auch noch gleich an zwei andere Boote ein kleines Stück verteilt und ihnen einen schönen Nachmittag gewünscht.

Samstag ist wieder einmal ist Strand angesagt und wir freuen uns, als noch 4 weitere Kinder und 2 Mütter auftauchen. Ich versuche mein Glück beim Telefonieren und überrasche Freunde mit meinem Anruf.

Wir sind nun ein Jahr unterwegs. Ein Schaltjahr mit 366 Tagen. In diesem Jahr haben wir 5579 Seemeilen zurückgelegt. Während 452 Std war der "Fuel-to-Nois-Converter" eingeschaltet (Das ist der Motor :-D). Wir waren zum Start 15 Tage auf dem Trockendock, während 101 Nächte im Hafen und 219 Nächte vor Anker. Während 102 Tagen waren wir unterwegs und davon segelten wir 31 Nächte durch. Demzufolge lagen wir 264 Tage still. Wir haben während dieser Reise acht Länder und drei Kontinente besucht und Unmengen an Eindrücken gesammelt und viele neue Bekanntschaften gemacht.

Wer die genaue Statistik anschauen möchte, hier ist der Link dazu.

Wie gewohnt könnt Ihr unsere (statische) Position auf Noforeigenland nachschauen.