Mai 2020 (Teil 1)

(Anja)

1 Mai, Tag der Arbeit. Für uns heisst es einen weiteren Tag an Bord ohne Landgang. Wir Basteln und spielen… und hoffen, dass bald Abend ist. Elija ist schon kurz nach 5 Uhr wach.

2. Mai. Heute freuen wir uns, uns etwas zu bewegen. Es geht in die Nachbarsbucht in einen kleinen Laden zum Einkaufen. Linsen und Orangensaft dazu Mehl. Auf dem Rückweg kaufen wir bei einem Gemüsestand noch 2 Mangos und Bananen. Alle sind super entspannt und freundlich. Die Früchteverkäufer rufen uns zu, dass wir doch etwas kaufen sollen. Und wir kommen an einem weiteren, ganz kleinen Laden vorbei, wo ich reinschaue und nochmals Mehl kaufe, für Anaïs gibt es eine kleine Tüte Chips (Käse Chips). Mehl können wir immer brauchen, ich backe fast jeden Tag Brot. Somit wird locker 2.5-3kg Mehl in der Woche verbacken. In den grossen Supermärkten kann man nur noch 3 Pack Mehl aufs mal kaufen. Da müssen wir auf unserem Mehlstock gut aufpassen. Auf der Rückfahrt mit dem Dingi, halten wir in der Clarke's Court Marina an und gönnen uns etwas zu Trinken. Für uns gibt es ein leckeres Carib Bier und die Kinder bekommen einen hauseigenen Eistee. Der ist super lecker. Man kann den Tee mit Muskatsirup so süssen, wie man es gerne mag. Nachmittags geht Beni mit den Kindern zur Maimiti, schauen ob alles in Ordnung ist und mal kurz an Land zum laufen. Ich nutze die Zeit und Putze wieder mal etwas durch.

Sonntag 3 Mai. Auch heute wäre die Möglichkeit sich zu bewegen, aber irgendwie macht es uns nicht an. Wir haben genug Beschäftigung an Bord. Irgendwie haben wir uns an den langsamen Rhythmus gewöhnt. Aber dass wir doch noch etwas frische Luft um die Nase bekommen (nebst dem Wind, der uns täglich ums Schiff bläst, wir haben ja 24/24h immer Fenster offen) fahren wir nochmals zur Maimiti um die Taue in den Mangroven zu kontrollieren. Auf dem Rückweg fahren wir etwas den Mangroven nach und staunen ab einigen Schiff Wracks. Es hat ein paar, die schon längers in den Bäumen hängen und langsam etwas tiefer liegen. Es ist ein trauriger Anblick und da frag ich mich schon, was mit den Besitzern passiert ist.

Montag wir freuen uns für auf den Markt in der Secret Harbour Marina. Besonders hoffen wir wieder frischen Mangosaft zu bekommen. Die Auswahl ist wieder toll am Markt. Wir bekommen eine kleine Ananas, Weisskohl, Mangold und Saft. Dazu frisches Jogurt und Sternapfel (ist eine Violette Frucht. Die Schale kann man nicht essen das weisse Fruchtfleisch ist sehr lecker und schmeckt fast wie Litschi). Beni holt sich beim Fleischmarktstand noch ein schönes Kotelett und schon haben wir mit Fleisch und Mangold ein herrliches Mittagessen und Gnocchi zusammen. Es ist auch immer interessant, an den kleinen Markt zu gehen. Nun kennt man einige Leute, freut sich die jede Woche wieder zu sehen und man kommt langsam auch ins Gespräch. Auch trotz den Masken. Nebenbei wird mein Englisch immer etwas besser. Auf dem Heimweg schauen wir noch bei SY Willow vorbei und reden etwas. Wir freuen uns alle schon darauf, an Land wieder zusammen zu sitzen und etwas zu trinken… und auch sich näher kennen zu lernen.

Wieder ein Boots Tag mit Spielen, Basteln und einigen Streits zu schlichten, Kochen, und wieder Streit schlichten, … Ja ich bin manchmal sehr froh wenn Abend ist. Neben bei wird abgeklärt, was wir Neues brauchen und wo es zu vernünftigen Preisen erhältlich ist. Somit wird dies per WhatsApp bei John, Fast Manicou, bestellt. Wir sind gespannt ob unsere Milch und der Windelnachschub am Freitag geliefert wird. Ganz zuverlässig sind die Leute hier nicht immer… oder besser gesagt, es braucht alles immer etwas mehr Zeit… daher muss immer frühzeitig an das Nachbestellen gedacht werden… (noch 10 Tage Windeln und Milch).

Mittwoch. Heute ist der Jennys Farmers Markt in der Clark's Court Marina. Heritage Farm und Fast Manicou sind auch da. Wir freuen uns über den Landgang. Wir nehmen heute auch den Laptop mit, denn in der Bar haben sie sehr gutes Internet. Wir freuen uns, unsere Fotobücher, die wir für die Eltern zusammengestellt haben, hier online zubekommen und ihnen dies als Muttertags-Geschenk zusenden zu können. Leider wird es den Muttertag gerade nicht mehr treffen aber immerhin nur ein paar Tage verspätet und das ist auf die Distanz und die eingeschränkten mobile Daten schon nicht schlecht. Natürlich wird auch Gemüse und frischer Saft gekauft. Wir freuen uns über ein Bier in unserem Office, bevor es dann wieder zurück an Bord geht fürs Mittagessen.

Hier in Grenada ist es Gesetz, dass sobald man andere Menschen trifft und an Land geht, Masken trägt. Viele ziehen sie schon auf dem Dingi an, Autofahrer haben sie auch allein im Auto an und Motoradfahrer tragen Maske und den Helm nur so oben auf dem Kopf. Kinder tragen zum Teil auch Masken. AnaÏs trägt sie manchmal auch, ich zwinge sie aber nicht. Wir tragen die Masken an Land immer, ausser wenn wir unter uns sind. Angenehm ist es nicht, ich habe Mühe die Leute zu verstehen und es bring Distanz ins Gespräch, jeder ist vorsichtig. Wir Segler freuen uns eigentlich immer über neue Bekannte. Trinken schnell mal eins zusammen, gehen andere besuchen und da man nicht weiss wer und wann man wiedersieht, gehört eine Umarmung schnell mal zur Begrüssung und vor allem zum Abschied… das ist jetzt alles verloren gegangen. Jeder lebt allein auf seinem Boot, keine Besuche, keine gemütlichen Abende mit neuen Bekannten. Keine spannenden Geschichten à la von wo kommst du, wohin geht es. Vieles worauf wir uns auf unsere Reise gefreut haben und es auch in den letzten Monaten gefunden haben, ist nun wieder weg. Die Welt wird steril!!

Freitags freuen wir uns, dass wir endlich unsere bestellte Milch bei John abholen können. Leider wird aus dem Familienausflug nichts, denn Anaïs und ich bleiben an Bord. AnaÏs hat ihr Landgang mit Theater verspielt. So gehen die Jungs los die Milch abholen und noch Reparaturleim für unser Dinghi zu kaufen. Eine von uns geklebte Stelle hält nicht und damit kommt das Boot nicht mehr ins Gleiten. Warscheinlich war unser Leim zu alt. Wir Mädels mahlen zusammen Bilder für kommende Geburtstagskinder und ich mache an meinem Blog weiter. Nach dem Mittag geht es mit einer Tasche voll Picknick auf die kleine Insel. Wir springen alle etwas rum bevor es was Leckeres zum Picknick gibt. Und ich lasse die Kinder danach mal wieder am Strand spielen und die Kinder geniessen ein kurzes Plantschen im Wasser. (Strandbesuche sind noch nicht erlaubt, aber es war sonst niemand da) Danach machen wir noch bei der Maimiti eine Kontrollrunde.

Wieder ein Wochenende an Bord. Ja was macht man da so…. Beni repariert das Dinghi, wir Basteln, mahlen, spielen Duplo, hören Kinder Geschichten, schlichten Streit und essen lecker. Neben bei wird am Blog gearbeitet. Die Jahresstatistik mache ich fertig und mein Spezial Blog über die veränderten Essgewohnheiten und die neuen Lebensmittel wird fertig… bis auf ein Foto, dafür muss ich nochmals los, um das zu bekommen. Am Sonntagnachmittag gibt es eine neue Presse Mitteilung, in der wir erfahren, wie wir in der kommenden Woche an Land dürfen und wann unsere Einkaufstage sind… Wir sind sehr darauf gespannt. Denn die letzte Ansteckung war vor 14 Tage und wir hatten bisher 21 Erkrankte in Grenada. Juhu es gibt Lockerungen. Man kann wieder jeden Tag Einkaufen gehen. Der Farmers Markt ist weiterhin 2x die Woche. Es heisst nichts davon, dass der Strand verboten sei. Aber das Cruisingnet meldet, dass Strandbesuche weiterhin untersagt sind. Wir sind mit der Mayag (einer Segelorganisation) am Abklären ob das wirklich so sei. Denn langsam müssen wir wieder etwas Bewegung für die Kinder bekommen und das ist auf den heissen Strassen nicht wirklich möglich… die Grenzöffnungen sind ab Juni zu erwarten.

Montag wir freuen uns über den Marktbesuch und unser frisch gekauftes Mango Mousse. Auch Wäsche wird im Waschsalon wieder abgegeben. Zum Frühstück gab es Jogurt Waffeln mit Mango Mousse. Da ich kein Waffeleisen an Bord habe, werden ganz einfach löffelgrosse Portionen in der Bratpfanne gebraten… einfach nur lecker und gesund.

Rezept ; 1 Portion

100gr Quark oder Joghurt, 2 Eier, 30gr Mehl, 20gr Proteinpulver (Mehl oder Protein Shake Pulver) etwas Vanillezucker, etwas Backpulver, Zucker nach Gutdünken (je weniger umso gesunder). Alles gut vermengen und Portionsweise im Waffeleisen ausbacken. Oder ich habe Kaffeelöffel-portionen in der Bratpanne ausgebacken. Das ganze mit Erdbeeren aus dem Garten dekorieren, oder mit Apfelmuss oder so wie wir mit Mango Mousse geniessen. Gesund und lecker.

Dienstag 12 Mai 2020. Wir dürfen nach 33 Tagen Ausgangssperre und weiteren 7 Tagen Einschränkungen, nach Total 40 Tagen, endlich zusammen mit den Kindern, wieder in unseren Garten, den Strand. Zwar nur morgens von 5 bis 11 Uhr, aber immerhin. Die 1.5std heute sind dann auch schnell rum. Wir haben die Zeit gut genutzt zum Sandburg bauen und schwimmen. Nachmittags geht Beni zu Fuss einkaufen und bringt einiges mit. Das letzte Stück auf dem Rückweg, über den Hügel, kann er abenteuerlich auf einem Roller mitreiten.

Als erstes wird heute Morgen von Beni und Elija, die gewaschene Wäsche abgeholt. Die Fahrt war aber nicht ganz so angenehm. Durch den vielen Wind hat es auch viele Wellen. Dann geht’s mit der ganzen Familie zum Markt. Wir brauchen frischen Saft und Gemüse. Jenny hatte heute eine halbe Bananenstaude dabei, die sie dann erst vor Ort abgetrennt hat. John bring die Windeln für Elija.

Donnerstag auf geht es zum Strand. Wir geniessen die kleine Freiheit, die wir wiederhaben. Die Kinder müssen sich zwar wieder an so viele neue Eindrücken Gewöhnen, aber es tut uns allen gut. Wir versuchen es auch langsam angehen zu lassen damit wir dann am Nachmittag und Abend nicht überreizte Kinder haben. Was ganz toll ist, wir treffen andere Kinder und natürlich auch deren Eltern. Ich werde auch für die kommende Woche zu diversen morgendlichen Fitnesssessions eingeladen, Hula hup Workout und Aqua Training. Wir freuen uns auf die Zeit, immer mehr Leute zu treffen und kennen zu lernen. Das zusammen spielen der Kinder muss zwar noch kommen (Anaïs ist sehr scheu) aber wir haben ja noch ein paar Monate vor uns. Nachmittags besuchen wir die Maimiti und machen einige Heimweh-Videos für sie.

Freitag. Ich freue mich mit einem befreundeten Paar einkaufen zu gehen. Beni bringt mich mit in die Whisper Cove Marina, wo unser klimatisiertes Taxi wartet und uns zum gewünschten Ort fährt. Wir kaufen gut und viel ein, so dass wir wieder einiges haben. Da es ein anderer Supermarkt ist, als ich sonst einkaufen gehe, haben sie auch eine andere Auswahl und ich kaufe gerade einiges an Biskuit ein. Die Fleischauswahl ist dafür eher schlecht. Beni und die Kinder geniessen währenddessen den Strand und lernen andere Kinder und Bootsbesitzer kennen. Man freut sich das es wieder soziale Kontakte gibt. Nachmittags gehen wir einen Bekannten begrüssen, der sich, jetzt wo Segler sich wieder etwas freier bewegen können von der Prickly Bay in unsere Bucht verlegt hat. Dann gibt’s noch einen kurzen Abstecher in die Clarke's Court Marina. Wir wollen noch ins Internet und geniessen etwas zu trinken. Am Abend werden noch alle Blog Beiträge überarbeiten, das Video fertig geschnitten und das letzte fehlende Foto im Spezial Blog eingefügt.

Wie gewohnt könnt Ihr unsere (statische) Position auf Noforeigenland nachschauen.