Schritt für Schritt oder wenn der Traum zur Realität wird und diese nicht traumhaft ist?

(Beni) Nein, es ist weder Harmonie pur, noch Ferien, noch chillen...
Haben wir es uns zu einfach vorgestellt?
Es braucht ein Dorf um Kinder zu erziehen heisst es. Nun, dies verstehe ich mitlerweile auch. Es sind nur wir Beide, um die Kinder zu füttern, bespassen, trösten, wieder füttern und bespassen und schlussendlich ins Bett bringen. Dazwischen ruft das Schiff mit "ihren" Bedürfnissen an Zärtlichkeit. Und wo stehen wir als Eltern? Irgendwo gaaanz weit hinten...
Ich will nicht jammern. Wir haben tolles Wetter, sind an der Sonne und am Meer. Es ist schon toll. Für mich jedenfalls.

Wir hatten in La Ciotat eine schöne Zeit. Es hat um den Hafen eine schöne Altstadt. Das Hafenpersonal war freundlich und wir hatten die Kulturbühne direkt hinter dem Schiff. Die Darbietungen gingen von einer Tanzvorführung einem Konzert über die Miss La Ciotat-Wahlen. Jedesmal fing die Vorstellung um 21 Uhr an und dauerte bis um 02 Uhr. Aber was soll's, wir mussten ja nicht früh auf ;-)
Weiter konnten wir zwischen Strand auch noch die Winschen abarbeiten. Die mussten nicht mehr entfettet werden, sondern entstaubt...

Während unseren gut 2 Wochen haben wir verschiedene Stegnachbaren kennen gelernt. Die Crew der Akwaba (den belgischen Schiff von Bandol) und Lily mit Niek werden uns sicher in guter Erinnerung bleiben. Vielen Dank für eure Tipps und lustige Gesellschaft.
Am 8 Juli erhielten wir unsere Bordapotheke von meinem Götti. Es riese MERCI Pesche... und auch für den darauffolgenden Tag zusammen mit Pesche und Eusi genossen wir eine gemütlichen Grillade bei bester Aussicht.

Tags darauf ging's früh in Richtung Norden. Der Wind sollte von 90 Grad kommen. Sollte... Wir hatten mehr Wind als vorausgesagt, und von vorne. Zweimal kam mir ein Gewitter in die Quere und ich musste Reffen (Segel verkleinern). Der Rest der Familie war im Salon am Boden und Kotzte um die Wette (OK, das ist ein wenig übertrieben :-p)
Nach 12 Stunden kamen wir in La Grande Motte an. Wir blieben ein Tag und wollten die Nacht vor Anker verbringen, da es Anja besch.... ging, kehrten wir zurück in den Hafen und blieben für zwei Nächte. Dafür gab's eine Flasche Rose zum Geburtstag von Anja. Ebenso durften wir aus nächster Nähe die Einfahrt des Replikat von Magellan's VIctoria erleben. Am Abend erhielten wir von Marion, einer Freundin aus der Schweiz, und deren Eltern Besuch.

Am 12. Juli ging's weiter nach Sète. Während der Anfahrt kam ich mir vor, wie in einem Minenfeld. In ca. 100m Radius um mich waren sicherlich über 70 Fischernetze. Auch hier kam der Wind nicht wie vorausgesagt. Ebenso am nächsten Tag, wo wir nach Cap d'Agde segelten. Dort sind wir nun und genossen den Nationalfeiertag. Das Feuerwerk stieg ca. 50m entfernt von uns.Heute ist nochmal Hafen angesagt, da der treue Mistral uns wieder beehren will. Vielleicht schaff ich's noch in den Mast bevor wir weiter segeln. Die Windmessanlage zickt...
Bis bald.

(Das Bild ist von einem Denkmahl an die Asbest-opfer. Darunter ist ja auch mein Vater)