September - Ibiza bis Gibraltar

(Beni) 31.08.2019. Nach drei Nächten am Anker vor der bekannten Bar Mambo, mit der entsprechenden Beschallung (es war gar nicht mal so übel) fuhren wir am Morgen in den Hafen San Antonio. Wir konnten an einem freien Platz anlegen und die Wassertanks auffüllen. Es blieben uns noch zirka 140L. Danach gings unter Motor bei wenig Wind in Richtung Süden von Ibiza. Wir schauten in der Einen Bucht nach einem Familienboot welches wir auf noforeignland gesichtet hatten, fanden sie aber nicht. Danach tuckerten wir gemütlich weiter, bis zum Schreckmoment als so ein «rücksichtsvoller» Schnellbootfahrer unsere Angelschnur um etwa 200m inkl. Meinem Lieblingsköder einfuhr… Wir ankerten in der Cala d’Hort wo wir auf die Crew der SY Maimiti warten. Leider folgten zwei sehr unangenehm rollende Nächte.

03.09.2019. Heute wollten wir die Crew der SV Gitane wiedersehen, sie sind vom Festland zurückgekommen und machten in Formentera einen Einkaufsstopp. Wir machten eine Bucht aus, die Windgeschützt sein sollte und sollten dort auf die SV Gitane warten. Wir ankerten, aber waren sehr unzufrieden mit dem Platz. Es war eng, rund um uns war Neptungras, das geschützte Seegras und dazu kam noch eine eher grosse Wassertiefe. Wir wechselten in die Cala Jondal . Dort war es viel besser, bis zu dem Punkt als wir wieder einen Schreck Moment hatten. Ein 23m Motorboot, mit angestellter Crew verstand wohl das Wort Pflugscharanker etwas falsch. Sie fuhren, oder besser gesagt pflügten mit ihrem Anker unter Volldampf über unsere Ankerkette. Etwa 20m vor unserem Schiff. Es ist schon etwas beängstigend, wenn der Eigner selbst in Manöver eingreifen muss, weil die Crew nicht fähig ist… Naja, nach kurzer Überprüfung konnten wir beruhigt sein, sie hoben den Anker richtig an und ankerten in sicherer Distanz. Als dann die SV Gitane neben uns den Anker fallen liess, gab es bei Ihnen ein BBQ.

04.09.2019. An diesem sonnigen Tag fuhren wir gemeinsam mit der SV Gitane an die berühmte Bucht Esplenador, leider war es sehr voll, und wir trauten dem Anker nicht so recht. Wir hatten kaum 15m Kette bei 3m und danach wurde es superschnell weniger. Also blieben wir an Bord und fuhren kurz danach weiter in die Cala Saone. Dort war diesmal Frankie und Chris von der SV Gitane bei uns zu Besuch und wir genossen… was sonst… ein Fondue. (Freiburgermischung Motie-Motie). Dank den Lötkünsten von Chris, funktionierte unser Radar auch wieder. Und Anja durfte bei SY Gitane eine Süsswasserdusche geniessen.

Am nächsten Tag brachen die Beiden auf, um ans Festland zu gelangen. Sie mussten aufgrund der Wellen aber zurück und erlebten die Windhose noch näher als wir, wo in Ibiza, in der Cala Es Bol Nou wieder zu der Crew der SY Maimiti stiessen. Wir blieben zwei Nächte. Es waren wieder sehr «bewegte» Nächte.

07.09.2019. Wir haben Schatzkarten für die Kiddys gebastelt und diese unauffällig in einer Flasche ins Wasser fallen lassen, die weiteren Schatzkarten musste dann ein Erwachsener unter Vorwänden geschickt vergraben und verstecken. Am Ende entdeckten die Kinder dann eine Schatzrtruhe voller Süssigkeiten unter einer Pinie, wo wir gemeinsam frühstückten. Danach ging es unter Segel wieder zurück in die Cala Saone. Wir ankerten etwas weiter aussen, aber nahmen am späteren Nachmittag en Platz eines verlassenden MoBo’s ein. Am Abend gibt es kurz eine Krisensitzung mit Felix von der Maimiti. Die Wetterprognosen sahen nicht sehr gut aus. Schnell war der Entschluss gefasst, am morgigen Tag Formentera zu verlassen. Leider. Es war eine ruhige Nacht.

08.09.2019. Wir genossen noch bis am Mittag den feinen Sandstrand und die Kinder spielten und plantschten fröhlich zusammen. Dann hiess es Ankerlichten. Bei zunächst super Wind gings zügig in Richtung Festland, aber schon bald wechselte der Wind die Richtung und liess an stärke nach. Der Wind kam achterlich, das heisst, man muss die Fahrtgeschwindigkeit der Windgeschwindigkeit subtrahieren, und was blieb war nicht mehr sehr viel. Die Wellen waren schon ordentlich und liessen die Segel schlagen. Wir sahen die Maimiti lange hinter uns kleiner werden und plötzlich waren sie wieder da, sie hatten «the iron Breeze». Wir konnten per VHF ein bisschen schwatzen und danach gewannen wir wieder Geschwindigkeit.

Die Nacht war angenehm und als der Halbmond untergegangen war, zeigte sich das Firmament in seiner vollen Pracht. Ich liebe diesen Anblick. Um halb drei mussten aber dann auch wir auf den Motor zurückgreifen. Anja löste mich für 1.5h ab. Um 5 Uhr entschieden wir uns für einen Kurswechsel. Uns ging der Diesel aus. Irgendwie hatte ich die kurzen Motorstrecken auf Ibiza unterschätzt. Wir tankten in Altea. Es blieben nur gerade 5 Liter im Tank. Rund 20 Liter hätten wir gebraucht. Die Entscheidung war goldrichtig, aber sie warf uns um etwa 4Std. im Zeitplan zurück. Dies bedeutete, dass wir den Wind nun gegen uns hatte und er schlussendlich mit unangenehmen 25kt entgegen bliess. Das sind 7Bf und schon ganz schön ordentlich. Wie es nicht anders sein konnte wollten uns zuerst die Marina, welche wir reserviert und im Voraus bezahlt hatten, nicht per VHF antworten, dann schien es, als hätten sie keinen Platz. Wir mussten endlose Minuten mit hungrigen Kindern, total übermüdet, bei dem Wind, in der Marina warten, ohne Anlegen zu können. Schlussendlich fand sich ein Plätzchen für uns. Eine solch enge Einfahrt hatte ich noch nie. Ich denke die Fahrrinne war 1m breiter als unser Schiff. Angelegt, gings zusammen mit den Maimiti’s in eine Pizzeria und schliefen danach herrlich auf einem fast zu ruhigen Schiff.

Wir blieben nur die zwei bezahlten Nächte und verlegten in die Marina Salinas, welche im selben Hafen liegt. Dort konnten wir durch die geschickten Verhandlungskünste von Felix an denselben Steg verlegen, wo sie lagen. Obwohl der nur für 10m Schiffe war. Wir legten uns neben eine 44ft (14.52m) Yacht. Da verzurrten wir uns und warteten die üblen, windigen, regnerischen und gewitterigen Tage und Nächte ab.

Dieser Sturm, den wir da gemütlich in der Marina abwetterten, war der stärkste je registrierte Sturm in der Gegend. Wir waren jederzeit sicher in der Marina. Als sich am 16.09. ein gutes Wetterfenster zeigte, legten wir ab und es sollte nur ein mehr oder weniger kleiner Schlag ins Mar Menor geben. Doch, die Brücke, welche für uns den Zugang verwehrte, war defekt, also mussten wir weiter. Auf dem ganzen weg sahen wir mindestens 50 grosse, fette, tote Thunfische im Meer treiben. Wir haben erfahren, dass im Sturm ein Blitz in eine der vielen Fischfarmen einschlug und dadurch viele Fische verendeten Wir ankerten in einer Bucht, wo wir so viele Quallen im Meer sahen wie sonst nirgends. Ich liess dann das Ankerkontrollieren aus… Wir blieben für zwei Tage und gingen beide Tage an den Strand. Dort war durch den Sturm massig Müll vorhanden. Der Sand war schwarz und am ganzen Strand wurde eifrig gefischt. Da wir nicht wirklich ins Wasser wollten, blieb entsprechend viel Sand an den Füssen und im Dinghy wo er hartnäckig kleben blieb.

18.09. Eine recht schaukelnde Nacht hinter uns und Elija hat Husten, so fahren wir sicherheitshalber in die Marina von Cartagena. Wir konnten direkt neben der Maimiti anlegen und beide Boote machten Sightseeing und am Abend gabs Pizza aus Gemeinschaftswerk. Nachdem die Kinder schliefen, genossen wir einen super gemütlichen Abend.  In dem Hafen lernten wir die Crew der Pouplier 3 kennen. Eine Schweizer Familie, mit demselben Kurs wie wir. Toll J

Tags darauf gings nur kurz in die nahe gelegene Bucht, wo wir uns einen tollen Nachmittag am Strand machten. Zusammen mit Felix wurden die ersten (erfolgreichen) Versuche mit der Harpune getaucht. Am Abend lagen wir einsam zusammen mit Poulier 3 und Maimiti im Ankerfeld.

20.09 Wir lichteten um 0800 den Anker und segelten. Bald war aber der Wind zu schwach und die Segel schlugen nur noch. Der Motor wurde angeschmissen. Ich kämpfte mit Durchfall und Kopfschmerzen uns so wurde der geplante sehr lange Schlag abgekürzt. Wir steuerten das Ziel von Maimiti an. Leider war diese Bucht ungeschützt und es rollte heftig. So heftig, dass der Tee Krug umkippte und alles auf die Sitzbank ausfloss.

Also lichteten wir am nächsten Morgen um 0500 den Anker und fuhren in die Cala de san Pedro im Cabo de Gata Nationalpark. Eine kleine Hippiebucht. Am Strand war es super interessant. Es gab eine Piratenbar, mit einem authentischen Piraten, der leider nicht wollte, dass man ihn fotografiert. Auf dem Burgturm lebte ein Deutscher schon seit 26 Jahren.  

22.09. Wir mussten leider diese coole Bucht verlassen, da der Wind drehte. Wir begaben uns auf die andere Seite und waren vom ankommenden Schwell geschützt. Der Wind blies in den Böen mit über 7Bf aber der Anker hielt super in gutem Ankergrund. An Land konnten die Kinder gut spielen. Es gab viele Muscheln und Äste und einen Süsswasserlauf. So wurde gesucht gebaut entdeckt und gebastelt.

23.09. Heute ging es einen langen Schlag von 50sm nach Almerimar. Es handelt sich um eine neuere Hafenanlage und das Hafenbüro ist quasi in einem Leuchtturm, der wirklich super schön war.

Weiter ging es wieder um 0630 Uhr in der Früh. Wir hatten gemerkt, dass es für uns am entspanntesten ist, früh los zu segeln, wenn die Kinder noch schlafen und dafür am frühen Nachmittag anzukommen. So kann man an Land noch etwas sehen und erledigen. Also ging es früh los nach Motril. Dort waren wir zwar in einem nicht sehr hübschen Industriehafen, aber der Marineros und Besitzer waren überaus hilfsbereit. Hier lernen wir die Crew der Morangie kennen. Zwei Amerikaner in unserem Alter.

26/27.09. 0530 Uhr verlassen wir den Hafen. Ziel ist Fuengirola. Wegen dem schwachen Wind und der eher langen Strecke hatten wir stets den Motor zur Unterstützung an. Angekommen im geplanten Ankerfeld, sehen wir schon früh, dass dies nichts wird. Viel zu grosse Wellen. Kurz gerechnet und die neue Route stand fest. La Linea direkt. Motor aus und gemütlich dorthin gesegelt. Da wir nicht um Mitternacht im Hafen ankommen wollten, war die Geschwindigkeit mit Segeln gerade ideal. Es gab kaum Wellen, der Wind reichte gerade so zum Segeln und in der Abenddämmerung sahen wir eine Delfinschule. Das erste Mal Delfine… Juhuuuu. Beim Sonnenuntergang noch einmal dasselbe. Dann starten wir sofort mit der Wachablösung. Anja fängt an und ich löse sie um 0030 Uhr ab. Sie hatte mehrmals Besuch gehabt von Delfinen und sah ganze Fischschwärme, welche durch das fluoreszierende Plankton leuchteten. Die Nacht ist wunderschön. Ich höre Delfine kommen und drehe mich um. Von hinten sehe ich zwei grüne Spuren welche parallel auf mich zuschiessen. Ich beobachte und geniesse. Sie blieben hinter mir und kreuzten ein, zweimal das Fahrwasser. Sie leuchteten in einem magischen grün und ich konnte jedes Detail erkennen. Ein richtig magischer Moment. Etwas nach 0900 Uhr kamen wir in La Linea an und machten am Steg fest. Wir machten einen Plan und die To-Do Liste wuchs und wuchs. Ebenso die Einkaufsliste und die Programmliste. Wir besuchten den Affenfels in Gibraltar und reinigten den Wassertank 1. Weiter kamen Motorenwartung dazu und Aufräumen, Putzen, Einkaufen und das alles neben der Kinderbespassung. Hier bleiben wir nun bis am 08.10.2019. Dann heisst es bei einem guten Wetterfenster auf zu den Kanaren.

Ab heute könnt Ihr unsere Position neben Noforeigenland auch über Garmin InReach verfolgen. Den Link https://eur-share.inreach.garmin.com/abasreisen findet ihr auch auf unserer Webseite unter der Reiseroute. Die MapShare von Garmin wird jeweils genutzt wenn wir lange Schläge machen und ausserhalb der AIS Reichweite kommen.

Wir versuchen nun jeweils zu Monatsbeginn ein Blog aufzusetzen und Monatsmitte ein Video auf Youtube hochzuladen.

Also bis bald…