Juli 2020

(Beni) Mittwoch, 01.07 Alltag. Morgens Farmersmarkt und Nachmittags Strand. Am Abend werde ich bei Aaron auf der er SY Clarity für ein Bier eingeladen. Es wird sehr spät bis ich mich wieder auf den Heimweg mache.

Donnerstag Ich schicke Anja um 0800 Uhr ins Aqua-noodling und gehe trotz meinen müden Augen danach ins Bootcamp. Danach ist wieder Strand angesagt. Am Nachmittag kommen viele Familien, auch neue unbekannte Familien. Megan von der SY Clarity organisierte zusammen mit Kim von der SY Britican das erste "Kids Gathering" Also das erste Kindertreffen. Alle hatten mächtig Spass und wir Eltern konnten neue Bekanntschaften schliessen. Am Abend gab es dann wieder ein gemütliches Abendessen mit unseren Schweizer Freunden zusammen mit Chantal und Gary von der SY Maracudja.  

Freitag Anja fährt mit Chantal einkaufen, während ich mit den Kindern an den Strand gehe und gegen Mittag Spaghetti koche. Anja kommt erst danach zurück und die letzten Vorbereitungen werden für den Abend getroffen. Es gibt: Fondue :-D. Man könnte schon fast meinen auf Hog Island sei ein Schweizer Club. Zum Fondue mit Zuger und Basler Kirsch, lief richtige Schweizer Ländler und Jodler. Der Schacherseppli durfte natürlich nicht fehlen. Passend dazu, gesellten sich die Hog Islander Kühe mit dem mächtigen und eindrucksvollen Bullen.  

Samstag 04.07. Die Amis feiern ihren unabhängigkeitstag und wir wurden von SY Clarity an den Q-Beach eingeladen. Dieser kleine Strandabschnitt tauften sie so, weil sie sich während des Lockdowns manchmal dort hinschlichen und gemütliche Nachmittage verbrachten. Wir waren schlussendlich sieben Familien und manche davon haben wir erst ganz kürzlich getroffen. Zuerst gab es ein wunderbares Apéro-Buffet und danach grillierten wir Hot Dogs und Burgers. Zum Nachtisch gab es für die Kidds Marshmallows. Elija liebte diese sehr und stand immer wieder vor dem einen Vater mit der Tüte. Wir hatten einen tollen Abend und als die Abenddämmerung anbrach, gingen wir zurück aufs Schiff. Die Anfahrt auf den Strand ist eher tückisch und das Riff ist zu seicht, damit man mit dem Dinghi darüber kommt.  

Sonntag. Mehrere Ladys haben sich zu einer kleinen Wanderung auf der Insel verabredet. Also gehe ich mit den Kids an den Strand. Anaïs traut sich zum ersten Mal selber eine Krabbe zu packen. Elija wurde von einer anderen mit einer grossen Schere in die Finger gepickt und ich musste ihn trösten. Naja, schlimm war es nicht und die Situationskomik war grandios. Nur musste ich seriös bleiben, alles andere wäre gemein gewesen. Am Nachmittag machten wir uns auf in die Phare Bleu Marina. Um zu dieser zu kommen, müssen wir zuerst die Woburn Bay durchqueren und dann zwischen Dem Festland und der Calivigny Island, eine Private Insel, durchs Riff schlängeln. (Auf dieser Insel kostet der Hafenplatz "nur" etwas über 120'000 US$ pro Nacht. Dafür hat man die gesamte Insel inkl. 50 Schlafzimmer für sich allein) Aber in der Marina, wo wir hinwollten, entsprechen die Preise etwas eher unserem Budget. Wir trafen dort zufälligerweise unsere Schweizer Freunde und tranken zusammen ein Apéro. Unser eigentliches Ziel war der Pool. Durch die kürzlich kennen gelernten Familien, welche in dieser Marina lagen, wurden wir ermuntert auch zu kommen. Einzige Bedingung den Pool zu nutzen ist etwas zu konsumieren. Also wurden in der Happy Hour ein mit Eis gefüllter Kübel mit drei Bier bestellt. Diese sind zudem so günstig wie man sie nirgends findet. Die Kinder hatten mit anderen Kindern viel Spass und Anaïs taucht wie wild nach ihren Tauchringen. Sie schwimmt auch im Süsswasser ohne Mühe und ganz ohne Schwimmhilfe. Nur ihre pinke Taucherbrille darf nicht fehlen. Sonst geht gar nichts mehr bei ihr…

Montag 06.07 Am Morgen steht wieder der Markt an. Ich fahre unterdessen mit Anaïs und einem speziellen Shoppingbus zu einem Bootszubehörladen. Sie darf sich ein neues Bodyboard aussuchen. Natürlich haben sie nur die teuerste Version in Lila. Da Anaïs sich dieses schon so lange wünscht aber dieses nur in lila oder rosa sein dürfe, durfte sie sich dieses Aussuchen. Ich kaufte gleich noch einen Trinkwasserkanister (fürs Regenwasser) und einen Dieselkanister. Der alte hat einen undichten Verschluss und ist rot. Die verschiedenen Kanister haben theoretisch einen Farbencode. Rot für Benzin; Gelb für Diesen; Blau für Wasser. Das beugt versehentliches falschtanken vor. Wieder auf dem Schiff wurde sogleich in das Bimini (Das Cockpitverdeck) ein Loch geschnitten, einen Gardena Anschluss eingebastelt und einen Schlauch angesetzt. Im Verlaufe des Tages konnten wir so schon mal 10L Regenwasser sammeln. Dieses können wir nun zum ab-sanden und Süsswasserduschen benutzen.  

Dienstag. Heute war es bedeuten sonniger und windstiller als in den vergangenen Tagen. Morgens kriegten wir etwas viel Sonne ab und mussten nachmittags um so besser mit Sonnencreme einschmieren. Bevor wir aber an den Strand gingen, schwammen wir etwa eine Stunde hinter dem Schiff. Anaïs ganz ohne Schwimmhilfe, nur mit ihrem neuen Schwimmbrett. Ich staunte über ihre Ausdauer und darüber, dass dies vor kurzem noch undenkbar war. Am Abend assen wir wieder zusammen mit unseren Freunden ein Bohnen-Hünchen-Reis Eintopf von Anja. Es sassen plötzlich noch andere zu uns und trotzdem wurden alle satt. Nachdem wir die Kinder im Bett hatten, fuhr ich nochmal an den Strand in die Bar. Ich traf mich dort mit Aaron und Peter von der SY Vite et Rêve. Ich lernte auch einen unseren Nachbarn besser kennen. Wir sahen nur, dass dieser immer an seinem Schiff arbeitete. Aber geschwatzt hatten wir noch nie zusammen. Er ist ein Franzose und es tat meinem Französisch gut, wieder mal gebraucht zu werden.  

Mittwoch 08.07. Heute ging Anja wieder früh ins Aqua-Noodling. Ich kümmerte mich um die Kinder und den riesigen Geschirrberg von gestern. Danach schickte ich alle zusammen auf den Mittwochsmarkt. Ich nutzte diese Zeit und schreibe wieder mal am Blog. In den letzten Tagen und Wochen passiert so viel. Hier und dort wird gelebt, läuft was und wir kommen oft erst sehr spät (2000 Uhr) nach Hause. Hier in der Karibik, sagt man eigentlich, man geht mit der Sonne schlafen, d.h. um etwa 1900 Uhr. Bis die Kinder alle versorgt sind und nach " ich bin nicht müde" zu " ich habe Durst" zu "ich muss aufs Klo" zu "ich kann nicht schlafen" zu "ich habe einen Mückenstich" zu "ich bin soooo müde" und noch einmal " ich muss aufs Klo" und " ich kann nicht schlafen" alles durchgemacht wurde und endlich Ruhe eingekehrt ist, geht es auch für uns ins Bett. Elija wird regelmässig mit der Sonne um 0530 Uhr wach. Darum kommt das regelmässige Blogschreiben etwas zu kurz.

Donnerstag. Heute gehen wir mit unseren Freunden zu einem Wasserfall. Diesmal hat Charlotte ein Bus organisiert. Wir quetschen uns 11 Erwachsene und 5 Kinder auf die Bänke und dieser fährt los. Kurz vor dem Ziel beginnt es so heftig zu schütten, dass der Bus mühe hat die engen und steilen Kurven hochzuschlängeln. Immer wieder schiebt es in den Haarnadelkurven das Fahrzeug über die Vorderräder auf die andere Strassenseite. Am Wasserfall angekommen meint der Fahrer zu uns, seid ihr wirklich sicher? Das ist eine riesen Matsch- und Schlammparty. Und mit den Kidds. Er würde einen anderen Wasserfall vorschlagen. Wir stimmten ihm zu und fuhren weiter. Jedoch waren wir so schwer, dass die halbe Belegschaft aussteigen musste, damit der Bus eine Steigung hinaufkam. Als wir am anderen Wasserfall angekommen sind, dem Mount Carmel, liefen wir mit einem Führer los. Er zeigte uns eine Kakaofrucht und andere Früchte, leider bekam ich diese Infos nicht mit, da wir mit den Kindern etwas langsamer unterwegs waren. Der Wasserfall war sehr schön. Nach einem kühlen Bad genossen wir die Zeit und Picknickten. Die Kinder hatten ein riesen Gaudi und Anaïs hat sich fest mit den belgischen Kindern von Vite et rêve angefreundet. Gegen drei verliessen wir den Berg und fuhren zurück zur Whisper Cove Marina. Dort genossen wir ein Apéro inkl. Happy Hour und danach assen wir alle gemeinsam Roast Chicken. Inklusive den vielen Getränken und Essen kostete dies für die Familie insgesamt 140.- XCD. Das entspricht etwa 43.- CHF. Bevor es dunkel wurde, fuhren wir nach Hause und gingen diesmal zeitig zu Bett. Um 2030 Uhr war es still auf dem Schiff. Naja, ich jedenfalls hörte nichts mehr… (chrrr zzzz, chrrr zzzzz). 20205911JPG

Freitag 10.07. Anja brachte wieder einmal Wäsche in die Wäscherei und danach ging es ab zum Strand. Aber diesmal waren wir eine mehr. Tylor, der Bordhund von SY Martini war auch dabei. Herrchen und Frauchen machten mit Freunden eine Inseltour und wir kümmerten uns etwas um den Hund. Elija liebte es mit dem Hund spazieren zu gehen. Oder war es eher umgekehrt? Naja, beide waren glücklich. Am Nachmittag geht Anja kurz einem Freund auf dem Trockendock mit seinem Bootshimmel helfen. Anja war unzufrieden mit der von der Werft geleisteten Arbeit und gab dem Arbeiter Tipps und Tricks und sagte, welche Deckenpanele noch einmal gemacht werden müssen. Am späteren Nachmittag fuhren wir dann wieder als normale Crew nach Phare Bleue. Der Wind blies und wir wurden alle ziemlich nass. Wir hatten dort zum einen mit Freunden von der SY Rivandel abgemacht. Diese haben uns neue Schwimmhilfen für die Kids organisiert. Zum anderen hatten wir mit der Schweizergruppe abgemacht. Wir gingen zusammen zu einer Pizzeria etwa 50 Gehminuten. Anaïs lief fast den gesamten Weg, der zum Teil sehr steil war. Elija wurde getragen und knabberte immer wieder an einem Cracker. An der Pizzeria angekommen gönnten wir uns ein Rum-Ting. Beat von der SY Anita brachte den Rum mit und dazu gab es ein Ting, eine Grapefruitlimo. Wir bestellten Pizzen und assen alle immer ein Stück von jeder neuen die laufend eintrudelten. Zwischen dem Warten rätselten wir an Claude's Bären Fischen Rätsel. Nur Ruedi von der SY Pasito sagte, dass er im Bärenclub sei und die Lösung wisse. Alle anderen lieferten eine falsche Antwort nach der anderen. Es war sehr lustig und vertrieb uns die Zeit. Leider klappte am Schluss etwas nicht mit der Nachbestellung und Beat war endtäuscht vom Wirt, den er sehr gut kannte. Satt machten wir uns auf den Rückweg und Anaïs lief den ganzen Weg selber und noch wichtiger glücklich und ohne ein einziges Gejammer den Weg zurück. Das freute mich seht, denn nun steht einem gemeinsamen Besuch in der hier bekannten West Indies Brewery nichts mehr im Weg. Sie durfte den ganzen Rückweg mit der Stirnlampe unseren Weg beleuchten. Wir fuhren alle gemeinsam, im Dunkeln, durch das grosse Riff und ein noch grösseres Ankerfeld mit vielen alten Bojen nach Hause. Auf dem Schiff ging es schnell zu Bett. Um 22 Uhr waren alle schnell eingeschlafen. 

Samstag 11.07. Anjas Geburtstag. Wir gingen es heute langsam an. Das halbe Cruisernet hörten wir vom Bett aus zu, danach gemütliches Morgenessen. Während ich mich um den Abwasch kümmerte, rührte Anja den Teig für einen Kuchen an (Shame on me, sie musste ihren Geburtstagskuchen selbst machen) Aber so kommt er auch lecker heraus. Danach bastelte Anaïs eine Geburtstagskrone für Anja. Während Anja mit den Kindern erst super spät um 1020 Uhr zum Strand fährt, behalte ich den Kuchen im Auge (immerhin dies :-P). Am Morgen wollte ich das neue Update (dies wurde vom Handy auf den Plotter übertragen) auf den Kartenplotter laden, jedoch blieb das Update hängen. Die Folge war, dass der ganze Plotter unbrauchbar wurde. Inkl. Dem ganzen zusammenhängenden System. Danach blieb mit nur, mit dem Dinghi in ein Restaurant zu fahren, um die knapp 4GB grosse Update Datei auf herunter zu laden. Zurück auf dem Schiff, startete ich die Prozedur. Danach fuhr ich an den Strand, wo unsere Schweizer Freunde, unseren Strandplatz für Anja dekoriert hatten und ein super tolles Abendessen für alle Vorbereitet hatten. Nach der Feier zurück auf dem Schiff, liess mir der Plotter keinen Schlaf finden und um 0100 Uhr probierte ich nochmal das Ganze von vorn.

Sonntag. Auch am Morgen fuhr ich mit meinen Versuchen fort. Ohne Erfolg. Anja ging derweilen mit den Ladys laufen und ich kochte wieder einmal Spaghetti. Am Nachmittag, während der Zeit, wo die Kinder im Zimmer waren, hatten wir ein ordentliches Gespräch wie, wann, wohin unsere Zukunft geht. Die Zeit, die wir hier erleben ist zwar schön, aber die vergangenen Monate haben ihre Spuren des Frusts und der Unstimmigkeiten hinterlassen. Wir waren schliesslich mehrere Wochen auf dem Schiff "eingesperrt" Wir waren über 100 Tage unter Lockdown!  Danach fahren wir mit den beiden Freunden von SY Maracudja an den Süd-ost Strand von Hog Island. Dort essen wir gemütlich ein Eis von Alistair's Homemade Yoghurt and Ice. IMG_6205JPG

Am Abend gibt es am Strand wieder einen grossen Volksauflauf. Ganz viele Freunde und Locals sind hier. Wir essen einen Burger und ein Thuna-gericht vom Strand.  

Montag 13.07. Während Anja mit den Kindern an den Farmersmarkt geht, tauche ich um den Wasserzulauf für die Salzwasserzugang wieder frei zu machen. Irgendetwas hat den Verstopft. Ich staune nicht schlecht ab der Fauna welche Unterwasser an unserem Schiff wächst. Danach rufe ich den Garmin Support an, um eine mögliche Lösung für mein Kartenplotterproblem zu erhalten. Er schlägt mir die Massnahme vor, welche ich schon mehrmals versucht hatte und zwei weitere, weitaus kompliziertere Möglichkeiten. Der nächste Vertragspartner sei in St.Vincent. Dies ist nicht gerade "um die Ecke" und zurzeit mit Covid recht umständlich. Während dem Gespräch drücke ich mal die Taste, wie schon die male zuvor und als der Telefonanruf zusammenbrach warf ich nebenbei einen Blick auf den Bildschirm. Ich kam mir recht verarscht vor, als ich sah, dass das Update erfolgreich abgeschlossen war. Mir fiel ein Hinkelstein vom Herzen. Endlich funktioniert wieder alles. Nur leider sind alle persönlichen Einstellungen verloren gegangen. Am Nachmittag gehen wir wieder zusammen an den Strand. In Rogers Bar läuft gerad die Montags Jam session. Da ich zufälligerweise auch meine Gitarre dabei habe, setze ich mich dazu und wir musizieren gemeinsam und haben viel Spass. Pieter von der SY Vite et Rêve hat ein ausgeliehenes Akkordeon dabei. Ich darf dies auch mal ausprobieren und es gelingt mir sogar, so etwas wie eine Melodie zu spielen.   IMG_6182JPG

Mittwoch 15.07 Nach dem Farmersmarkt geht Anja einem Freund helfen, der bei seinem Schiff Sattlerarbeiten machen lässt. Der örtliche Arbeiter hat die Arbeiten nicht schön ausgeführt und nach Anweisung von Anja, hat er den Bettel hingeschmissen. Anja springt ein und schneidet die Teile zu und näht sie ab. Ich verbringe den Tag am Strand und esse mit den Kindern Melonen und Bananen. Es kommen auch noch andere Familien und so ist Abwechslung Programm. Am Abend essen wir wieder gemeinsam am Strand Café Complet.

Freitag 17.07 Ein gewöhnlicher Freitag, ausser am Abend. Gegen vier treffen die ersten Musikanten ein, gegen 5 beginnt die Jam Session. Mehrere Gitarrenspieler, Bassgitarre, Tenorsaxofon, Flötisten und Flötistinnen und ein Violinist treffen sich und spielen zusammen. Ich konnte leider nicht mitmachen, wir hatten für BBQ abgemacht und ich feuerte den Grill an. Wir waren wieder fünf Crews, die sich die Glut und den Abend teilten.

Samstag Anja fährt an den Strand, während ich den Wassermacher noch kurz im Auge behalte. Als ich loswollte, brachte sie Anaïs zurück. Konsequenzen müssen halt nun mal durchgesetzt werden, wenn die Kleinen nicht gehorchen konnten. So wurde zuerst etwas geweint aber als sie sich beruhigt hatte, bereiteten wir zusammen das Mittagessen vor. Am Nachmittag gingen wir an den Strand, wo ich das Dinghi an der Entwässerungsschraube des Doppelbodens neu abdichtete. Am Strand trafen wir Keith von der SY Plan B. Er lud uns zum Abendessen ein. Die Crew der SY Vite et Rêve kam auch mit ihren Kids. So waren wir sieben Erwachsene und neun Kinder. Da hatten wir alle Hände voll zu tun, da der Katamaran nach hinten offen war. Anja kümmerte sich um eine riesen grosse Packung Pommes, die wir mitgebracht hatten. Leider ging der Ofen nicht wirklich, und die Pommes mussten in einer Pfanne frittiert werden. Wir fütterten zuerst die Kinder und als diese wieder Spielen gehen, bekommen wir einen perfekt grillierten Thunfisch serviert. Dazu gibt es Wasabi und Sojasauce. Nach dem Abendbrot wurde noch auf den neuen Namen des Schiffs angestossen und danach ging es um 2200 Uhr auf direktem Weg zurück aufs Schiff und ins Bett.

Sonntag 19.07. Heute ist am Strand wieder sehr viel los. Für uns hat es zu viele Leute und so beschliessen wir, ein paar Burgers zu kaufen und dann zurück auf dem Schiff zu essen. Danach gings auch entsprechend früh ins Bett.

Montag. Ich ging mit Gary und Anaïs in den Schiffszubehörladen. Diesmal klappte der Gratisbus und wir waren genug Kunden, dass der Laden die Fahrt übernahm. Nachdem wir so viel Streit zwischen den Kindern wegen dem Bodyboard schlichten mussten, kriegte Elija ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk. Nun haben beide eins und beide planschen glücklich mit den Boards. Anaïs sah im Laden einen schönen pinken Schnorchel und durfte sich diesen einpacken. Am Nachmittag fuhren wir nach Phare Bleu. Dort genossen wir den "coolen" Pool. Anaïs schnorchelte fleissig und Elija sprang vom Beckenrand ins Wasser. Natürlich mit der neuen Weste, die über Freunde von Freunden den Weg von Martinique zu uns schaffte. Danke Anja und Fred.

Dienstag. Am Morgen gings früh an den Strand und für mich ins Bootcamp. Danach fuhren wir zusammen in die Nachbarsbucht, wo Anja weiter auf dem Katamaran eines Freundes die Arbeiten überwachte und anschaute. (Sie konnte nicht mehr weiternähen, da ihr der Faden ausgegangen ist. Wir dachten, Faden sei einfach zu bekommen, aber der muss via USA importiert werden. Dank der Swisslady, die ihr Segel reparieren lassen musste, konnten wir von diesem Segelmacher eine Spule erwerben.)  Ich ging währenddessen auf der anderen Seite der Bucht in einen kleinen Einkaufsladen und kaufte Hackfleisch für Spaghetti Sauce ein. Als ich mit den Kidis der Strasse entlanglaufe, pfeifft mich ein Einheimischer zu sich. "Did you seen bevor a Marihuanatree" Ich bejate und suchte nach einer schönen grossen Pflanze, bis er voller Stolz auf das kleine zierliche Pflänzlein, zirka ein Meter von mir entfernt zeigt. Ach so,… dieser "Baum" ist aber wirklich schön. Ich bin immer wieder fasziniert von der grenadischen Offenheit. Als wir am Dock zurückwaren, gönnten wir uns noch ein Apéro zusammen mit der SY Swisslady. Diese sind kurzfristig in der Marina, um gewisse Arbeiten offerieren zu lassen. Am Nachmittag gehen wir alle vier an den Strand. Eines der Boatkids hat seinen 12ten Geburtstag und es läuft ein grosses Fest mit vielen Kindern.

Unsere weiteren Wochenpläne wurden aber etwas durcheinandergewirbelt. Gonzalo meldete sich an und wollte uns besuchen… Wer ist Gonzalo? Bis am Dienstag hiess er noch I-91. Ein Tiefdruckgebiet, welches zu einem Tropischen Sturm anwuchs. Eigentlich wollten wir am Mittwoch ein Stadtbummel machen, aber bei den Wetterprognosen liessen wir dies sein und gingen am Abend nur in die West Indies Brewery. Das erste Mal für uns, wir haben so viel Gutes davon gehört. Wir wurden nicht enttäuscht, das Bier war fantastisch und die Preise fürs Essen waren auch unschlagbar. Anja und die Kids hatten Fish and Chips. Für mich gab es "smoked Sparerips". Dazu gab es gutes Hausbier. Ein gelungener Abend. Natürlich wurde mit unseren Freunden fleissig darüber diskutiert, wohin Gonzalo dreht, wie stark und welche Vorbereitungen wir treffen sollten. Das war in den nächsten Tagen dann auch das Hauptthema und die Hauptbeschäftigung für uns und alle unsere Freunde. Gonzalo wurde zum Hurrikan Stufe 1 befördert.

Echt jetzt? Genau das brauchen wir gerade… Wir bleiben in Grenada wegen Covid stecken und fühlen uns recht sicher hier. Und dann kommt ein Rekord-Hurrikan (Anscheinend gab es noch nie ein Hurrikan mit dem Buchstaben G so früh in der Saison) genau auf uns zu. Aber so richtig genau, ganz genau. Das Hurrikan Zentrum zeigte die Laufbahn direkt über unsere Ankerbucht. Viele Segler, darunter viele unserer Freunde, zogen sich in andere Buchten zurück, damit sie genug Platz haben. Dies gab uns genügend Platz zum Schwingen.

Wir nutzten den erneuten Freiraum aus und hoben den Anker, um wieder etwas an die alte Ankerstelle zu kommen. Ihr erinnert euch vielleicht, vor etwa zwei Monaten korrigierten wir unsere Position etwas zu gut und kamen Backbord (links) etwas Nahe an die anderen Schiffe. Immer noch genug, aber doch könnte es besser sein. Also nutzten wir diese Gelegenheit und setzten uns um. Um ganze sieben Meter :-D und schäkelten direkt einen zweiten grossen Anker an die Kette. Nun habe ich in den ersten 15 Meter Kette zwei Anker, die mich am Platz halten. Dazu gaben wir noch mehr Kette raus als bisher.

Freitagmorgen erledigte Anja zusammen mit ihren Freundinnen, mit dem Shoppingbus einen Grosseinkauf. Nun sind wir auch lebensmitteltechnisch gewappnet. Wir räumten alles ums Schiff und im Schiff auf, um Sturmsicher zu werden. Reinigten am Strand das SUP, liessen die Luft raus und räumen es in die Segelkammer weg. Wir packten die Fender in Griffnähe, um im Falle eines Zusammenstosses oder Windstille das Schiff vor Kollisionen zu schützen. Zweimal pro Tag kam ein Update über die Laufbahn Gonzalos raus. Anfangs hiess es nördlich, quasi über Carriacou/St. Vincent. Doch Freitagnachmittag hiess es plötzlich über uns oder etwas südlich von uns. Dies bedeutet für uns von eher schwächeren Winden und Flauten wechselte es zu Starkwind und Sturmwinden in Hurrikan stärke. Die stärksten Winde sind nördlich des Wirbels. Also beschlossen wir noch am Abend, (in der Ruhe vor dem Sturm mit sternenklarem Himmel) doch noch das Vorsegel und auch die vordere Sonnenabdeckung zu Bergen und in Sicherheit zu bringen. Das gibt der Vorteil, dass der Windangriffspunk weiter hinter am Bug ist und das Schiff entsprechend stabiler im Wind liegt und ein weniger starkes Zickzackmuster am Anker "segelt". Diese Entscheidung war goldrichtig.

Samstag, Stepvisite von Gonzalo. 0500 Uhr (Pik ist auf 1800 Uhr angesagt) werden wir wach. Es regnet kurz, dann schüttet es wie selten zuvor. Dazu kamen Winde von 30-35 kn. Das Schiff krängt im Zickzackmuster (legt sich etwas zur Seite). Es blitzt, den Donner hören wir kaum. Ich überwache unsere Position am Kartentisch und bin froh, dass ich das GPS wieder zum Laufen gebracht habe. Kurz darauf ist der Spuck zu Ende. Aber wieder einschlafen geht schwer. Es wird schon hell. Als wir dann um 0730 Uhr aufstehen, bringen wir in der ersten Regenpause eine Schutzplane auf die vorderen Luken an. Das Dinghi lassen wir im Wasser, denn der angesagte Wind sollte eigentlich nur knapp Sturmstärke erreichen. Wir entfernen gerade noch rechtzeitig die Haupt Sonnenabdeckplane und das Bimini (Cockpitabdeckung) werden nur kurz, aber trotzdem richtig nass. Nun sind wir bereit und machen uns auf einen faulen Tag bereit. Zum Znüni gibt es Gemüsedips, Salami und Chips. Kurz darauf steht auch schon das Mittagessen an.

Ein Wetterfrosch meinte Hurrikan Gonzalo sei genauso ein Versager, wie sein politischer Namensvetter…

Der Sonntag wurde schön und es wurde ausgiebig das schöne Wetter genossen. Anja ging mit paar Mädels wandern und ich ging zusammen mit den Kindern und Freunden in die Bierbrauerei zum Frühstück. Nach ein paar Bier waren die Kinder echte Engel… Nein, Witz! Es gab leckere Zmorgebrötli und richtig guten Kaffee. Für die Kinder gab es ein Teller Pommes. Bei der Rückkehr hatte Anja bereits die Sonnenschutzplanen aufgespannt und wir machten uns einen gemütlichen Rest des Tages.

Wir entschlossen uns kurzerhand, den montags Farmersmarkt auszulassen und fuhren mit dem Bus in die Stadt. Wir besuchten ein Kinderspielwarengeschäft und nahmen danach wieder den Bus an den grossen Strand der Grand Anse. Leider war ganz schön Schwell und Sargassum (Seegras) welches den Badespass etwas dämpfte. Aber das war nicht so schlimm, denn wir gingen gleich darauf mit den Schweizern zum Italiener bei der Shoppingmal. Dort gibt’s Wahnsinns Millefeuilles und natürlich den passenden Kaffee. Nach dem Schlemmen gingen wir zusammen einkaufen, danach mit dem Taxi in die Brauerei und von dort eine Stunde später weiter zum Hafen. Dank dem Verhandlungsgeschick von Beat konnten wir unsere Einkäufe im Taxi lassen.

Freitag 31.07. Elija wird zwei jährig. Wir haben mit mehreren Familienbooten abgemacht und begeben uns am frühen Nachmittag in die Bierbrauerei. Dort hat es ausreichend Platz für uns alle und vor allem für die Kinder. Wir waren acht Crews darunter 13 Kinder. Wir genossen ein paar Bier, durften den mitgebrachten Kuchen zum Apéro essen und bestellen danach nach und nach das Abendessen. Noch im Hellen laufen wir schlussendlich zurück und fahren aber im Dunkeln nach Hause. Hier wird gibt es keine Dämmerungsphase. Es ist hell, dann geht die Sonne unter und es wird dunkel. Fast wie mit einem Schalter das Licht ausgeknipst wird.

Wie gewohnt könnt Ihr unsere (statische) Position auf Noforeigenland nachschauen. Ich habe unsere Position aktualisiert. Normalerweise ist ein Filter vorgewählt, auf welchem Schiffe welche mehr als drei Monate nicht bewegt wurden ausgeblendet werden.