September 2020 Teil 2

Die Flüge wurden am Donnerstag 17.09 verschoben. Im Moment nur um drei Tage vom 02 auf den 05.10. Aber nur der Flug auf Toronto. Der Flug von Toronto nach Zürich wurde nicht angepasst. Nichts desto trotz lichten wir den Anker um 0800 Uhr und fahren, oder schleichen unter Motor in den Atlantik heraus. Wir müssen um die vielen Riffe vor Hog Island, welche uns so gut vor der Brandung geschützt haben herum, um danach wieder links abzubiegen in die Woburn Bay. Wir ankern nahe am Durchfahrtskanal zu Le Phare Bleu. In schönster Lage direkt vor Calavigny Island. Das ist die Insel, wo der Hafenplatz über 140'000 US pro Nacht kostet. Dafür hat man alle 50 Schlafzimmer inklusive. Nichts für uns, aber die Aussicht zu den schönen Gebäuden und dem traumhaften Sand und Palmenstrand entschädigen etwas für den rolligen Ankerplatz. Zurzeit ist es wahnsinnig heftig. Anaïs beklagt sich über Bauchweh, was ein Zeichen ist, dass ihr etwas schlecht wird. Auch Anja fühlt sich alles andere als wohl. Es rollt so sehr, dass schon Gläser vom Tisch rutschten und in die Brüche gingen.

Wieso wir überhaupt um geankert haben? Das frage ich mich langsam auch… Nein, die Antwort ist einfach. Wir können in der zweiten Oktoberwoche an eine Boje. Entweder falls die Flüge noch mehr verschoben werden wir selbst oder Freunde erledigen dies für uns. Und da werden wir noch mal das Plätzchen ändern und näher an das Bojenfeld fahren. Aber selbst, wenn es Wind und Welle gäbe, müssten wir nicht mehr in den Atlantik raus, um die Riffs zu umrunden.

In der Zwischenzeit besuchen wir noch einmal einen Hash. Dieser startet auf dem Areal der alten Westerhall Rumbrennerei. Überall sind Ruinen von Gebäuden und alte Maschinen. Alles sieht sehr schön und doch speziell aus. Der Hash führt uns über Hügel und durch Regenwald vorbei an Zuckerrohrfelder. Bei einem abgeernteten Feld nimmt Ruedi von der SY Pasito, welche uns begleiten, ein Zuckerrohrstock. Wir entfernen die Rinde und geniessen frischen Zuckerrohrsaft. Echt süss. Die Strecke ist viel einfacher als die letzte Woche. Als wir kurz vor dem Ziel auf die Strasse kommen, hören wir den Eismann mit der bekannten Melodie. Wir kaufen zwei Becher Eis. Für die Kinder Schocko-eis und für uns ein Muskateis. Beide Becher kosteten zusammen nur 7 XCD. Das sind etwa CHF 2.30. Das Eis war sehr lecker. Zurück auf dem Areal gab es gegrilltes zum Essen und ein isotonisches Getränk für die Erwachsenen.

Zurück auf dem Schiff, stelle ich mit Schrecken fest, dass die Batterie unter 24V gefallen ist. Wir liessen zwar den Wassermacher laufen, aber das sollte nicht der Grund sein. Also nehme ich am nächsten Tag die Bodenbretter weg und überprüfe die Verkabelung. Ich tausche gleich ein paar Kabel gegen dickere aus, da ich einen höheren Widerstand in den Kabeln gemessen habe. Kurz danach glich sich die Spannung zwischen den Batterien aus und die Spannung sprang von 23.5V auf 25.5V. Schon viel besser. Danach lackierte ich noch ein paar Stellen am Schiff und das Bodenbrett von Alex. Anja verliess das Schiff mit dem Frühstück schon vor 0800 Uhr und fuhr nach Phare Bleu. Ihr und Anaïs war das Geschaukel zu heftig, um etwas essen zu können. Ich bin mittlerweile auch fast fertig mit den Arbeiten und mit dem Blog (Der Lack muss ja trocknen) und fahre nächstens zu Ihnen an den Pool und lasse etwas die Seele baumeln und geniesse die Regatta des Petit Calvagni yacht club.

Ich denke eine der Batterien hat wohl ein grösseres Problem. Nächste Woche kommt ein Elektriker der Victronvertretung.

Ich versuche mehrmals vergeblich bei Air Canada anzurufen, um nach dem Anschlussflug zu fragen. Dieser wurde nicht verschoben. Als ich endlich durchkomme, wird mein Flug auch sofort geändert. Nun fliegen wir nach Toronto, danach nach Montreal und von dort nach Genf. Erleichtert fahren wir mit etwas Verspätung in Richtung Brauerei. Dort treffen wir unsere Freunde von der SY Anita und SY Swisslady. Wir trinken ein paar Cider und Bier und gehen danach gemeinsam zu Aziz um einen Burger zu essen. Die Burger sind riesig und kommen ohne Beilage. Die wäre auch definitiv zu viel. Die Burger sind etwa knapp 20cm im Durchmesser. Das Fleisch ist aber nicht gepresst, sondern relativ lose. Die Burger waren wahnsinnig lecker und wir haben für knapp 16.- gegessen und getrunken. Bei den Gesprächen macht mich Beat auf ein mögliches Problem aufmerksam. Wir dürfen in Kanada keinen Inlandflug machen. Dafür müssten wir zuerst in Quarantäne und sowieso lassen sie Ausländer nicht mehr rein.  Also telefoniere ich am nächsten Morgen in den frühsten Stunden und werde sofort durchgestellt. Die Dame, sehr nett und kompetent meint ebenfalls, dass ein Inlandflug unmöglich sei. Also wird erneut umgebucht und nun fliegen wir nach Toronto -> Frankfurt -> Zürich. Diese Flüge sollten gemäss beiden Kundenbetreuern auch tatsächlich stattfinden. Wir werden es sehen.

Anfangs der Woche erhalten wir von Titus unserem Nachbarn besuch. Er und seine Freundin kommen von Domenica und leben auf einem Katamaran. Er sorgt sich bei Freunden in einer Villa oberhalb des Grand Anse Beach und die richten alle zwei Wochen eine Poolparty aus. Wir werden auch gefragt, ob wir kommen wollen. Wir mussten nicht lange überlegen, denn wir haben schon viel davon gehört. Donnerstag ist es soweit. Wir werden in der Marina Phare Bleu vom Taxibus abgeholt und fahren etwa 15 Minuten zu der Villa. Der Blick ist atemberaubend und der Pool ist schön kühl. Es gibt relativ schnell Snacks in diversen Sandwichsorten gemacht nach Guadeloupe-Art. Auch frische Säfte stehen bereit und natürlich auch der Rumpunsch. Wir lernen neue Leute kennen und der Abend vergeht wie im Flug.

Die aktuellen Wetterprognosen sagen für die nächste Woche viel Regen, Wind und Welle voraus. Wir dürfen heute Freitag 25.09 an die Boje eines Freundes gehen. Dann sind wir schon mal in dem geschützten Bojen Feld, wo das Schiff danach auch bleiben wird. Heute ist auch noch das Geburtstags Apéro von Alex. Wir treffen uns zur Happy Hour und geniessen ein paar gemütliche Stunden im Pool von Le Phare Bleu. Nach dem Abendessen gehe ich noch nach Hog Island wo der Freitags-Jam ist. Später gab es wieder ein unvergesslicher Dinghi Drift mit Aaron. Ich geniesse die lustigen Gelegenheiten bei praktisch null Wind und null Drift im Dinghi über alles Mögliche zu Quatschen und zu lachen.

Anja legt mit dem Dinghi vom Pier in Le Phare Bleu ab. Plötzlich ruft Anaïs "Du hast eine Babyschildkröte überfahren!" Anja sieht das kleine Tierchen zunächst nicht, aber Anaïs hat einen guten Blick. Das Dinghi ist nur mit dem Rumpf über das Tier hinweg geglitten, aber nicht die Schraube und das keine zehn Zentimeter grosse Tier blieb unverletzt. Aber im aktuellen breiten Sargassumfeld, hätte das arme Tier wahnsinnig zu kämpfen. Wir nehmen es behutsam an Bord und lassen die Schildkröte etwas weiter aussen wieder ins Wasser wo sie den Lebenskampf der Natur selber schlagen muss. Aber mindestens verheddert sie sich nicht im Sargassum.

Die Tage fliegen und unser Abschiedsfest ist auch schon durch. Wir erleben einen wunderschönen Nachmittag mit vielen Freunden. Wir machten ein Potlack Essen (jeder bringt so viel zu Essen mit, wie er selbst essen mag. Danach kann sich jeder von allem bedienen). Wir waren beide sehr gerührt und sprachlos von der Freundschaft, die wir in den vergangenen sechs Monaten hier erleben durften. Megan hielt eine sehr liebe Ansprache, die uns nahe ging. Wir werden die hier gewonnenen Freunde und auch den Ort sehr vermissen. Der einsetzende Regen beendete dann am Abend das Fest. Wir drückten und verabschiedeten uns von so manchen und andere sehen wir noch ein zwei Mal wieder. Wir sind im Endspurt und die ToDo Liste wird langsam abgearbeitet. Während einer mit den Kids raus geht, arbeitet der andere am Schiff. Von Wasserlinie putzen über Ölwechsel bis zu Lebensmittel wegbringen und Bettbezüge waschen. Von Holz lackieren über alles Schimmelsicher zu machen ist vieles aufgelistet. Wir liegen hier ruhig an der Boje, obwohl es sehr windig und regnerisch ist.

Nur der Stromhaushalt macht uns zu schaffen. Tatsächlich hat sich eine der vier Batterien abgemeldet und ich musste mein Batteriebank halbieren. Diese Stromkapazität reicht bei dem bedeckten Wetter bei weitem nicht und der Motor muss zur Hilfe gerufen werden.

Die letztlichen Tage vergehen wie im Flug. Wir machen einen Arbeitsplan und jeder von uns arbeitet am Schiff. Hier hat sicherlich Anja den grossen Part. Sie organisiert die ganzen Lebensmittelhaushalt. Sie gibt ab, was wir nicht mehr brauchen und teilt ein. Sie packt die Koffer für die Kids und für sich. Ich meinerseits kümmere mich, dass die Wasserlinie wieder weiss wird und dass der Motor gewartet wird. Immer, während einer arbeitet geht der andere mit den Kids raus. Entweder an den Strand oder nach Le Phare Bleu. Wir erhalten eine erfreuliche Nachricht, dass SY Plan B wieder zurückkommt. Wir freuen uns sehr, diese Freunde noch einmal sehen zu dürfen. Keith fragt ob wir ein paar Leute zusammen trommeln können um zusammen am Sonntagnachmittag auf Hog Island zusammen ein Bier trinken können. Anja bäckt für diesen Anlass noch zwei Kuchen.

 

Der letzte Donnerstag. Das letzte Bootcamp. Leider ist es sehr stürmisch und regnerisch und das Workout wird abgesagt. Als ich mit Megan von der SY Clarity darüber spreche, dass zumindest das Camp vom Dienstag (als letztes Workout) viele Burpees hatte, lud sie mich ein für am Samstagmorgen ein persönliches Abschieds Bootcamp "Burpees for Breakfast).

Am Freitag 02.10. ist es sehr regnerisch. Ich bin mit den Kids in Le Phare Bleu, Anja putzt und bringt das Schiff auf Vordermann. Zum Znacht gibt es den letzten Thunfisch, den wir noch in der Gefriertruhe hatten. Danach fahre ich zum Freitagsjam. Nach dem Jam, der sehr früh zu Ende ging, machten Aaron und ich noch ein Dinghidrift und genossen ein Bier. Dabei wurden wir von ein paar grossen brechenden Wellen überrascht, die aus dem Nichts auftauchten. Eine war so begeistert von unseren tiefen Gesprächen, dass sie sich gleich selber einlud und sich im Beiboot bequem machte.

Am Samstagmorgen um 0900 Uhr war dann das versprochene Bootcamp dran. Megan und ich hatten super Spass und die Übungen waren durch die super Stimmung nur halb so schwer. Danach führten wir die Koffer bei sehr windigem Wetter an Land. Wir durften diese bei Guido im Appartement deponieren.

Am Sonntag war dann der Tag, an dem die Crew der Plan B zurückkam. Ich war ziemlich am Rotieren. Zuerst musste ich das Multimeter wieder aus der im Appartement deponierten Tasche holen Der Autopilot hat kein Strom mehr. Nachdem ich die Fehlerquelle gefunden hatte, holte ich mit Gary von der SY Maracudja unser Genua Segel von der SY Maimiti. Kurz darauf zeigte ich Aaron die SY Maimiti und übergebe ihm die Schlüssel. Er übernimmt die Aufsicht, wenn wir weggehen. Erst danach kann ich verschnaufen und gehe zu Anja und den Kindern nach Le Phare Bleu. Sie isst dort zum Mittagessen zusammen mit Chris und Ruedi von der SY Pasito. Ich geniesse die letzten Momente mit den Freunden, die wir sicherlich wiedersehen werden. Nur nicht in der nächsten Zeit. Am Nachmittag ist es dann soweit. Die Willkommensparty von Plan B. Der Strand von Hog Island ist voll und wir für uns entwickelt sich das Fest als vorgezogenes Abschiedsfest. Am Abend als Plan B die Kinder ins Bett brachte, fuhren Aaron, Mark und ich mit dem Dinghi wieder in die Bucht. Das allerletzte Dinghi-driften. Kurz darauf kommt auch noch Keith und Liz von der Plan B dazu. Also driften wir mit drei Dinghis zusammengezurrt durch die Bucht. Das Magische an diesen Abenden war, wir konnten lachen, quatschen, tiefgründige Gespräche halten. Aber auch einfach nur still den Moment geniessen. Nach einer Weile musste sich Mark abmelden, er schlief fast ein. Als es dann Zeit war und die "eine Stunde" von Liz und Keith ums mehrfache ausgedehnt worden war, spielte Aaron noch ein Lied ab. Wir genossen das spiegelglatte Meer, den Sternenhimmel und das absolute stille Zusammensein und lauschten "Always remember us this way" von Lady Gaga. Der Song mit dem Text "everytime we say godbye, it hurts" ging mir direkt ins Herz. Deshalb waren diese Abende so magisch. Wir verstanden uns auch ohne zu sprechen.

Montag 05.10. der grosse Tag. Der ABSCHIED. Wir machen hier, da und dort noch alles fertig. Anja fährt mit den Kids an Land. Ich lackiere noch ein zwei Stellen, kontrolliere alle Luken und stelle den Strom ab, sowie schloss die Seeventile. Danach holten mich Chantal und Gary ab. Wir bringen noch schnell den Müll weg und fahren mit dem letzten Gepäcke ab. Auf halbem Weg… Mist… Ich habe ja gar keine Schuhe an… Bitte noch mal zurück… Als wir dann im Restaurant eintreffen bin ich sprachlos. Tief beeindruckt und gerührt. So viele Freunde kamen, um uns Tschüss zu sagen. Viele Worte brannten sich in mein Herz. Besonders die von Denis, einem Songwriter und Musiker mit welchem ich so oft gesungen habe. Im Text singt er: C'est qu'une étape et n'oublié jamais, n'compte que sur toi. Er meint: The world is tiny, and the world is round. Wir werden uns wiedersehen. Bei der letzten Umarmung fliessen einige Tränen. Das Taxi ist da, 15 Minuten zu spät. Unser Marathon beginnt.

Der Flug:

Wir kommen am Flughafen an und gehen mal durch den Temperatur-check. Test bestanden, alle dürfen weiter. Danach bringen unsere 16 Gepäckstücke (Alle gezählt) irgendwie zum Check-in. Da stehen die zu dritt hinter dem Schalter und überprüfen unsere Pässe und tippen alle ein bisschen auf der Tastatur herum. Danach stellt sich heraus, dass obwohl wir nur Transit reisen, ein ESTA Visum für Kanada brauchen. Ich versuche erst einmal eines per Handy zu bestellen. Schwermütig kämpfe ich mich durch die schier unendlichen Drop-Auswahl listen. Schliesslich schliesse ich den PC an und nach einer Stunde habe ich die vier E-Mails. Danach klappt auch das Check-In und wir geben unsere 6 Koffer auf. Einer davon ist übergewichtig und einen mussten wir noch umpacken. Danach geht es weiter durch den Security Check. Das Fanta mussten wir abgeben. Der Zöllner meinte, dies zähle nicht als Kindergetränk… Naja, der Versuch war es wert. Wir brauchen eine halbe Ewigkeit bis wir alle Elektronik ausgepackt und wieder eingepackt haben. Endlich am Gate, sehe ich, dass der Flug schon wieder fünf Mal in der Abflugzeit herumgeschoben wurde. Nicht tragisch, der Tag bleibt derselbe. Von 1445 nach 1430 und schlussendlich zurück bis auf 1530 Uhr… Eine der Damen am Boden, welche sich anscheinend ums Gepäck kümmert und fragt, ob wir noch Gepäck einchecken wollen, meinte die ich könne meine Gitarre nicht mitnehmen. Als ich meine Kinder als Grund vorschob (zum Gutenachtlieder spielen) meinte sie ich könne Sie ja in Toronto wiederhaben. Sie verstand nicht, dass ich dort Transit bin. Danach meinte sie, ich solle besser etwas überlegen, ich könnte sie im Flugzeug nur oben in die Kasten verräumen…

Boarding beginnt. Dieselbe Dame wie vorhin meinte ich hätte viel zu viel Gepäck. Ich sagte ihr nein, denn wir seien zu viert. Sie sagte, dass ich aber nicht das Gepäck von Elija und mir zusammentragen dürfe. Ich schaute sie etwas fragend an und meinte nur: Nein. Das sei schon korrekt… Wir betreten das Flugzeug und sofort kamen die Flugbegleiterinnen und zeigten mir ein Gepäckabteil, wo ich die Gitarre sicher verstauen könne und sowieso sei dies kein Problem. Der Flieger sei nicht voll. Es wurden etliche Familien umgesetzt und sehr viel daran getan, dass alle Familien und zusammenreisende zusammen sein konnten. Sehr angenehm. Der Flug war angenehm und die Kinder schliefen etwas. In Toronto angekommen mussten wir vom einten Ende ins andere laufen. Dort durch den Security-Check. Die Zöllner meinten wir sollen uns beeilen, der einzige Snackverkäufer schliesse in fünf Minuten. Wir befolgen den Rat und kaufen Getränke und etwas zu knabbern. Wir finden eine bereits zusammengeschobene Sitzreihe. Die Kinder können darauf gut schlafen. Anja findet knapp Platz auf den zwei gegenüberliegenden Sesseln. Aber für mich ist es absolut nicht bequem. Ich lege mich auf den Teppichboden und erinnere mich an meine Zeit im Militär. Auf hartem Boden und der kalte Zug im Gesicht. Alle fünf Minuten eine, für in der Nacht, laute Durchsage, dass Maskenpflicht sei und wir Abstand halten sollen. Wir waren im Umkreis von 30m die Einzigen und schliefen ohne Maske… Immer wieder wache ich auf, es läuft Musik und es wird staubgesaugt. Am nächsten Morgen wachen wir auf und bestellen Frühstück. Wir warten und warten und warten… Um 1600 Uhr beginnt das Boarding der 777. Wir haben Reihe 65. (Es gibt die Reihe 13! Ich habe sie gesehen) Wir gehen ganz nach hinten. Dort waren die Flugbegleiter und meinten. "Nein, nicht hier. Da wollen wir sitzen. Ihr könnt ein paar Reihen weiter vorne absitzen." Sie sagten uns wir sollen einfach Plätze aussuchen. Wir könnten auch ans Fenster, wenn wir wollen. Etwas perplex fragte ich sicherheitshalber nach, ob ich richtig verstanden hätte. Irgendwo. Und da kam auch schon die Durchsage "Boarding complet". Wir nehmen zwei Fensterreihen. Die Gepäckstücke sind grosszügig verteilt und die Gitarre ist sicher bei einer zweiten verstaut. Das Abteil ist 15 Reihen à 10 Plätze. Und wir waren zirka 15 Personen. Ich konnte meine Füsse strecken und vor mir neigte keiner der Sitz nach hinten. Ein sehr angenehmer Flug. Es dauerte lange, bis die Kinder einschliefen und demnach schliefen sie nur kurz. Die Laune der Kids war fantastisch als wir sie weckten um in Frankfurt auszusteigen (Ironie off). Erneut, quer durch den ganzen Flugplatz in die Sicherheitskontrolle. Dort war der erste Bodyscanner. Wir wurden sehr nett von einer Zöllnerin durch die Kontrolle begleitet. Die Kinder kriegten etwas Süsses und ein kleines Geschenk. Als wir fast jedes Gepäckstück geöffnet hatten und etwas zeigten (ohne jegliche Probleme zu kriegen) öffnete Sie uns die direkte Türe zu den Gates. Letzter Gang quer durch den Flugplatz. Terminal A 24. Wir laufen und schleppen das immer schwerer werdende Gepäck und kommen an einer Anzeigetafel vorbei. (Terminal A15) Ich suche den Flug Zürich… Gate A1!!! Awhhh. Links um, Marsch! Wir kommen am Gate an und lassen uns auf die Bänke fallen. Nun warten wir ein letztes Mal. Kurz vor dem Boarding, weit und breit kein Schweizer Flieger… Die Dame kommt freundlich auf uns zu und fragt, ob wir nach Zürich wollen. Wir bestätigen und sie meinte, dass sie gerne zwei Handgepäcke aufgeben würde. Natürlich kostenlos. Da es unser letzter Flug war, waren wir sehr glücklich über dieses Angebot. Wir hatten entsprechend viel weniger zum ins Flugzeug und zurück zu schleppen. Der Flug war kurz. Knapp 35 Minuten und dann waren wir schon wieder im Landeanflug. Wir laufen zu der Gepäcksausgabe und sehen von weitem einen Zöllner, der sichtlich auf uns wartete… Ich erkannte ihn sogleich. Ein Freund aus den Blue Knights, meinem Motorradclub. Als ich ihn begrüsse und fragte, ob das jetzt Zufall sei, meinte er ich solle mal auf mein Handy schauen. Und da waren bereits gut 10 Willkommensbotschaften auf dem Whats'App Chat. Unsere laufende Flugzeugposition wurde vom Präsident mitgeteilt und auch, dass wir gut gelandet seien. Ein sehr schönes Zurückkommen. Vielen Dank. Nach den Zollformalitäten wartete auch schon meine Mutter, welche uns mit unserem Gepäck half. Besonders das Einladen in den Zug und in Freiburg das Ausladen war recht hektisch. In Freiburg angekommen verladen wir die Koffer ins Auto und fahren nach Hause. Dort geniessen wir als aller Erstes mal eine Dusche. Für mich ist es eine Weile her, dass ich die letzte warme Dusche in einer sanitären Anlage hatte. Diese war in Martinique nach meinem Transatlantik, ich meine um den 15 Dezember. Also, dies war die erste warme Dusche in diesem Jahr :-D (Eine kalte Dusche hatte ich noch im Januar) Obwohl es erst zirka drei Uhr nachmittags ist, gehe ich schlafen. Ich kann mich nicht an den Moment erinnern, als der Kopf das Kopfkissen berührte.

Nun ist schon ein Tag vergangen. Wir sind noch geschafft, aber mir ist wieder ein grosser Stein vom Herzen gefallen. Der Arbeitsvertrag ist unterzeichnet und ich konnte einen Blick in mein zukünftiges Büro werfen. Ich werde das Büro 006 beziehen.


Die letzte Position der Anduril könnt ihr auf Noforeigenland nachschauen.